Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 054 - 30.06.2016

DGB: Mindestlohn schadet Arbeitsmarkt nicht

Der Arbeitsmarkt in Hessen hat sich auch im Juni 2016 als stabil und aufnahmefähig erwiesen. Der gesetzliche Mindestlohn tut dem keinen Abbruch, so die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten.

„Der Mindestlohn ist ein Schritt zum Abbau von Ungleichheit und die von der Mindestlohn-Kommission vorgeschlagene Anpassung des Mindestlohns von 8,50 auf 8,84 Euro wird die Entwicklung weiter befördern. Er alleine wird in Zukunft allerdings weder vor Altersarmut schützen noch andere soziale Probleme von Geringverdienenden lösen. So bedarf es schnellstens auch Lösungen für eine armutsfeste Alterssicherung und ausreichend bezahlbaren Wohnraum. Zum anderen müssen der Niedriglohnsektor eingedämmt und die Tarifbindung wieder erhöht werden. Der Mindestlohn war nicht zuletzt deshalb notwendig geworden, weil manche Arbeitgeber keine Gelegenheit auslassen, auf Kosten der Beschäftigten Profite zu machen.“

In Hessen, einem Bundesland mit dem zweithöchsten monatlichen Brutto-Durchschnittseinkommen von 3.836 Euro (2014) verdienten 240.000 Vollzeitbeschäftigte laut Statistischen Bundesamt vor seiner Einführung am 1. Januar 2015 weniger als 8,50 Euro in der Stunde. Gerade in Branchen mit einem höheren Anteil von Un- und Angelernten sind seit Anfang 2015 sowohl die Beschäftigtenzahlen als auch die Löhne gestiegen. Etwa in der Gastronomie gab es nach Berechnung des DGB einen Beschäftigtenzuwachs von 2,5 Prozent. Regelrecht auffällig ist dabei die Entwicklung bei der Beherbergung: Hier gab es nicht nur Beschäftigungsaufbau, sondern zusätzlich ein kräftiges Lohnplus von 11,8 Prozent, für Frauen sogar 15,4 Prozent.


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