Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 08 - 30.01.2019

DGB Hessen-Thüringen fordert Lebensleistung anerkennen – Niedrigrenten aufwerten!

Anlässlich der von der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag am Mittwoch beantragten aktuellen Stunde „Lebensleistungen anerkennen – Auswirkungen der angestrebten Grundrente auf Thüringen“ erklärt Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen:

„Endlich kommt Bewegung in die Debatte um die sogenannte Grundrente. Seitdem die schwarz-rote Bundesregierung dies im vergangenen Jahr in ihren Koalitionsvertrag geschrieben hat, ist nichts mehr passiert. Wir brauchen dringend ein Sofortprogramm, um Altersarmut und sozialen Abstieg im Alter zu verhindern. Dafür muss das Rentenniveau, welches bis 2025 bei 48 % gesetzlich festgeschrieben ist, wieder ansteigen – mindestens auf 50 %.“ Zusätzliche Absicherung bräuchten aber vor allem jene, die jahrelang Beiträge in die Rentenversicherung entrichtet haben, deren Löhne aber zu gering waren, um eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu bekommen, so Witt.

„Die im Koalitionsvertrag vorgeschlagene Grundrente ist viel zu bürokratisch, da die Rentenversicherungsträger die individuellen Bedarfe vor Ort nicht ermitteln können. Stattdessen müssen Zeiten geringer Rentenanwartschaften aufgewertet werden – so wie es etwa bei der Rente nach Mindestentgeltpunkten für die Zeiten vor 1992 geschieht. Damit führen Zeiten niedriger Löhne nicht mehr zu niedrigen Renten. Nicht zuletzt müssen die Löhne in Thüringen spürbar steigen und mehr Beschäftigte durch Tarifverträge geschützt werden. Der durchschnittliche Lohn in Thüringen liegt laut Daten des IAB-Betriebspanels bei 2.540 Euro brutto. Damit ließe sich bei 40 Beitragsjahren nach heutigen Werten gerade mal eine Rente auf dem Niveau der Grundsicherung erzielen. Angesichts brüchiger Erwerbsbiographien betrifft dies einen großen Teil der Thüringerinnen und Thüringer. Eine solche Entwertung der Lebensleistung dürfen wir nicht zulassen“, warnt der Gewerkschafter Witt abschließend.


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