Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 025 - 15.05.2024

DGB kritisiert Kürzungspläne beim MDR: Bessere Ausstattung für Recherche und Investigationsteams dringend notwendig

Erfurt, 14. Mai 2024

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat aktuelle Empfehlung vorgelegt, die um rund 620 Mio. Euro unter der Bedarfsanmeldung der ARD-Anstalten sind. Damit sind Mittelkürzungen verbunden, die zu deutlichen Einschnitten in die Zukunftsplanung des MDR führen werden.

Renate Sternatz, stellvertretende DGB-Bezirksvorsitzende warnt vor pauschalen Kürzungsplänen beim MDR: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk leistet einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl, die Medienfreiheit ist grundgesetzlich geschützt. Die Führungsspitze des MDR muss ein ausgewogenes Konzept für die Aufgaben- und Kostenplanung der Zukunft vorlegen, damit auch weiterhin die Qualität und Attraktivität der regionalen journalistischen Angebote gesichert ist.“

Für den DGB Hessen-Thüringen wurde Sandro Witt in den MDR-Rundfunkrat entsandt, er formuliert die Kritik deutlich: „Die jetzt vom Intendanten vorgelegten Kürzungen, schmälern auf lange Sicht die journalistische Relevanz und Qualität des Senders und konterkarieren die eigenen Ziele. Freiwerdende Stellen nach dem Zufallsprinzip nicht wieder zu besetzen, wie vom Intendanten vorgeschlagen, folgt reiner Verwaltungslogik und führt angesichts der notwendigen Reformen, vor denen die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten und damit auch der MDR stehen, zu problematischen Arbeitsverdichtungen für die Beschäftigten. Als Gewerkschafter und Mitglied im MDR-Rundfunkrat wünsche mir vom MDR-Intendanten Ralf Ludwig, dass er endlich das Verwaltungsdirektorensakko ablegt und eine vor allem journalistisch geprägte Vision für den MDR im Jahr 2030 entwickelt.“

Gemäß dem MDR-Staatsvertrag überwacht der MDR-Rundfunkrat die Einhaltung des gesetzlich festgeschriebenen Auftrags sowie der Angebotsgrundsätze und berät den Intendanten oder die Intendantin in Fragen von grundsätzlicher Bedeutung. „Von grundsätzlicher Bedeutung sind aus meiner Sicht vor allem die Arbeitsbedingungen von allen Mitarbeitenden des MDR. Das hohe Vertrauen, welches der MDR in der Bevölkerung genießt, ist auf die gute Arbeit der Beschäftigten zurückzuführen. Die im Rundfunkrat von Personal- und Freienrat jetzt öffentlich vorgetragenen Sorgen und Ängste der Mitarbeitenden müssen ernst genommen werden. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit im anstehenden Wandel und müssen Veränderungen konkret mitgestalten können. Dafür braucht es transparentere und vertrauensbildende Beteiligungsverfahren, die durch die Geschäftsleitung und zuvorderst den Intendanten ermöglicht werden müssen“, so Witt abschließend.

Für Rückfragen melden Sie sich bitte bei Sandro Witt (Sandro.Witt@dgb.de).

 


Nach oben

Kontakt

So er­rei­chen Sie uns
Logo DGB
dgb / ske
DGB Hessen-Thüringen Abteilung Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77 60329 Frankfurt Telefon 069-273005-52 oder -31 Telefax 069-273005-55
weiterlesen …