Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 093 - 13.10.2008

DGB Hessen zur Bilanz des Ausbildungsmarktes

Sichtbare Erfolge aber kein Grund zur Euphorie

„Wir begrüßen, dass sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ein stückweit verbessert hat, sehen aber auch, dass weiter erhöhte Ausbildungsanstrengungen nötig sind", so Stefan Körzell, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen zu den heute veröffentlichten Ausbildungsmarktzahlen.

Als positiv wird von Seiten des DGB außerdem die Anstrengung bezüglich der Vermittlung von Altbewerber/innen zur Kenntnis genommen.

Allerdings spiele bei all diesen Zahlen der demografische Faktor keine unwesentliche Rolle. Vergleiche man die Zahlen der gemeldeten Berufsausbildungsstellen mit dem Rückgang der Bewerber/innenzahlen, so zeige sich vor allem dort ein Grund für die positive Bilanz. Auch die Zahl der Altbewerber sei um 18% zurückgegangen, so Körzell weiter. „Viele Jugendliche halten ihren Wunsch nach einem Ausbildungsplatz nicht offiziell bei der Bundesagentur aufrecht, während sie sich in einer schulischen Maßnahme, im Zivildienst o. ä. befinden. Daher ist grade die tatsächliche Zahl der Altbewerber schwer einzuschätzen und vermutlich deutlich höher. Hier bleibt es weiter eine Herausforderung für Politik und Wirtschaft, diesen jungen Menschen auch nach ihren zwischenzeitlichen Alternativen eine Perspektive zu bieten", betont Körzell.

Der demografische Faktor sei ein Grund mehr für Unternehmen, jetzt Fachkräfte auszubilden, ergänzt Anke Muth, Bezirksjugendsekretärin des DGB Hessen-Thüringen. Muth fügt hinzu, dass eine Stichprobe der Bundesagentur für Arbeit ergeben habe, dass es vielen der Altbewerber/innen nicht an der von Unternehmen beklagten Ausbildungsreife mangele, sondern sie vielmehr annehmbare Schulnoten auswiesen. „In Hessen bilden nur 34% der Betriebe und Unternehmen aus. Unsere Forderung nach Ausbildung für Alle hat daher leider immer noch nicht an Aktualität verloren. Wir fordern die bislang nicht ausbildenden Unternehmen auf, ihrem Gejammer vom Fachkräftemangel ein Ende zu machen und endlich ihrer Verantwortung bezüglich der Ausbildung junger Menschen nachzukommen. Und in gute Ausbildung ist besser investiert als in schlechte Finanzmarktgeschäfte."

 

 


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