Deutscher Gewerkschaftsbund

21.10.2019
Veranstaltung am 26. September 2019 in Eisenach

Zukunft der Industrie in Thüringen

Diskussion zur Landtagswahl

Über die Zukunft der Thüringer Industrie diskutierte der DGB gemeinsam mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Thüringer Landtagswahl am 26. September in Eisenach. Die Industrie steht vor einer gewaltigen Transformation. Künftige Herausforderungen wie etwa die Digitalisierung, der Klimaschutz sowie die (globale) Ver- und Auslagerung von Produktionsbereichen haben massive Veränderungen für die Beschäftigten zur Folge. Besonders stark von der industriellen Transformation betroffen ist die Automobil- und Zulieferindustrie. Im Zentrum der Diskussionsveranstaltung zur Landtagswahl stand die Frage, wie Arbeitsplätze, „Gute Arbeit“ und Tariflöhne in der Thüringer Industrie gehalten und geschaffen werden können.

Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, hielt das Grußwort. Danach gab Stefan Körzell, Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes des DGB, einen Impuls zur Zukunft der Industrie. Über die industriepolitischen Positionen der Gewerkschaften berichteten Uwe Laubach, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Eisenach und Andreas Schmidt, Leiter des IG BCE-Landesbezirks Thüringen. Zum Abschluss gab es eine offene Diskussion zur Zukunft der Industrie mit den folgenden Politikerinnen und Politikern:

Susanne Hennig-Wellsow (MdL DIE LINKE)
Denny Möller (SPD)
Olaf Müller (MdL Bündnis 90/Die Grünen)
Annette Ulrich (FDP) und
Dr. Thadäus König (CDU).


Es nahmen rund 75 Kolleginnen und Kollegen an der Veranstaltung teil.

Michael Rudolph machte in seinem Grußwort deutlich: „Eine De-Industrialisierung Thüringens muss verhindert werden. Der DGB erwartet von einer künftigen Landesregierung eine gezielte Industriepolitik, die zukunftssichere Beschäftigung, Gute Arbeit und Tarifbindung ins Zentrum stellt.“

Das Thüringer Bündnis für Industrie sollte nach Ansicht des DGB auf eine zukunftsfähige Industriepolitik ausgerichtet werden. Die regionale Strukturpolitik sollte eingesetzt werden, um Beschäftigte im beschleunigten Strukturwandel insbesondere durch Qualifizierung zu unterstützen. Es sollten nur noch diejenigen Unternehmen öffentliche Fördergelder erhalten, die Tarifverträge einhalten, prekäre Beschäftigung eindämmen und Mitbestimmung ermöglichen.   

Uwe Laubach von der IG Metall erklärte: „Die Beschäftigten in der Automobil- und Zulieferindustrie brauchen Perspektiven. Die IG Metall erwartet von der Politik, dass sie eine Task Force ins Leben ruft, die sich für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen einsetzt. Um die industrielle Transformation zu bewältigen, sind mehr politische Unterstützung inklusive temporärer Übernahmen von Gesellschafteranteilen durch das Land, Landesbürgerschaften sowie Finanzhilfen anderer Art notwendig. Wir dürfen es für die Automobil- und Zulieferer-​ Region West Thüringen nicht zulassen, das eine gute Industriestruktur Stück für Stück in den nächsten Jahren vor die Hunde geht. Besonderes Augenmerk müssen wir dabei auf die vielzähligen Automobilzulieferer legen, die schon in den letzten Jahren in einem immer schwieriger werdenden Markt, nicht genügend investieren konnten, um sich für die zukünftigen Aufgaben zu wappnen.“

Andreas Schmidt von der IG BCE appellierte an die Politik, sich für den Ausbau der Netze und den Erhalt der Pumpspeicherkraftwerke einzusetzen. Außerdem sollten die erneuerbaren Energien – insbesondere Windkraftanlagen – stärker ausgebaut werden. Andernfalls sei die Energiewende gefährdet. Des Weiteren sprach er sich dafür aus, dass die Belastungen der energieintensiven Betriebe vertretbar bleiben, um diese in Thüringen zu halten. Um industrielle Beschäftigung und Wertschöpfung zu halten und zu schaffen, seien mehr öffentliche Investitionen in die Infrastruktur (insbesondere in den Bereichen Verkehr und Breitband) und eine stärkere Förderung von Forschung und Entwicklung notwendig.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der „Woche der Industrie“, die durch das bundesweite Netzwerk „Bündnis für Industrie“ organisiert wird, durchgeführt.


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