Deutscher Gewerkschaftsbund

12.09.2022

Wir frieren nicht für Profite!

Landesweite Demo des Bündnisses #nichtmituns übertrifft Erwartungen

Rund 2.500 Bürger*innen, Aktivist*innen und Kolleg*innen aus allen Landesteilen Thüringens waren dem Aufruf des Bündnisses #nichtmituns gefolgt! Sie zogen am Sonntagnachmittag durch die Erfurter Innenstadt und machten ihrem Unmut lautstark Luft: über eine unsolidarische Politik, die zu wenig unternimmt gegen die sich zuspitzende Energie- und Inflationskrise. Die Forderungen lauteten:

  • Wir frieren nicht für Unternehmensgewinne!
  • Wohnen muss bezahlbar sein!
  • Echter Inflationsausgleich jetzt!
  • Umverteilung jetzt!

 

Das zivilgesellschaftliche Bündnis #nichtmituns hat sich erst vor wenigen Wochen zusammengefunden, darin versammeln sich Gewerkschaften, Sozial- und Umweltverbände sowie weitere gesellschaftliche Gruppen und Organisationen. Denn für viele Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen, für Rentner*innen, Studierende und Arbeitslose ist das tägliche Leben kaum noch bezahlbar.

„Ich bin beeindruckt davon, wie viele unserem Aufruf gefolgt sind. Ein starkes Zeichen, dass etwas getan werden muss für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft“, betonte Michael Rudolph, DGB-Bezirksvorsitzender DGB Hessen-Thüringen, bei der Auftaktkundgebung vor dem Erfurter Hauptbahnhof. „Viele Menschen haben Angst, sie stehen gefühlt mit dem Rücken zur Wand. Niemand darf in diesem Winter frieren! Das müssen die Zeiten sein, in denen die starken Schultern endlich mehr tragen als die schwachen. Deshalb brauchen wir endlich eine konsequente Besteuerung von Vermögen. Es ist gut, dass sich die Politik bewegt und endlich auch Rentner*innen, Studierende und Wohngeldempfänger*innen in den Blick nimmt. Aber die Entlastung kommt bei Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen nicht an“, so Rudolph weiter.

Pia Oelsner, Sprecherin Fridays for Future Erfurt, kritisierte die Kurzfristigkeit der politischen Entscheidungen, die in der Krise fossile Energieträger und Atomenergie wiederbelebt und erneut auf die Ausbeutung der Länder des globalen Südens setzt. „Das ist verantwortungslos, dumm und kurzsichtig.“ Melanie Morawa, Geschäftsführerin AWO Erfurt, bezweifelte, dass die vielen einmaligen Maßnahmen der Entlastungspakete ausreichen, alle Härten auszugleichen. „Schuldner-, Familien- und Lebensberatungen erfahren verstärkten Zulauf, sie müssen jedoch selbst um ihre Existenz bangen, weil sie von den Kommunen nicht ausreichend refinanziert werden.“

Der Demonstrant*innen liefen in kämpferischer Stimmung durch die Erfurter Innenstadt, engagiert angefeuert von der ver.di Gewerkschaftssekretärin Saskia Scheler. Bei der Abschlusskundgebung vor dem Haus der sozialen Dienste machten weitere Redner*innen kein Hehl aus ihrem Unmut über die soziale Ungerechtigkeit: In kurzen Statements gaben Gewerkschafter*innen aus Betrieben verschiedener Branchen sowie Vertreter*innen von Migrant*innen-, Jugend- und Senior*innen-Organisationen einen Einblick in ihre Lage.


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