Deutscher Gewerkschaftsbund

31.01.2017

Der Arbeitsmarkt im Bezirk im Januar

Aus Sicht des DGB müssen Minijobs vom ersten Euro an sozialversichert sein. Darüber hinaus soll die pauschale Besteuerung abgeschafft und sichergestellt werden, dass bei Minijobs dieselben Arbeitsbedingungen gelten wie bei Vollzeitjobs. Nur mit einer grundlegenden Reform der Minijobs können viele Beschäftigte endlich aus der „Sackgasse Minijob“ herauskommen. Die Minijobregelung hat bislang weder zur Reduzierung von Schwarzarbeit beigetragen, noch dient sie als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt. Im Gegenteil: Sie verfestigt oftmals prekäre Lebens- und Einkommenssituationen und entwertet Erwerbsbiografien.

Viele der Minijobber würden eher einer regulären Arbeit nachgehen, wenn sie die Wahl hätten. Denn nicht nur die fehlende soziale Absicherung ist ein massives Problem. Hinzu komme oftmals fehlende Anerkennung für ihre Arbeit und die Umgehung gesetzlicher Regelungen durch Arbeitgeber. Das betrifft neben der Nichteinhaltung des Mindestlohns auch die Urlaubsansprüche oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) belegt, dass 2015 knapp die Hälfte der geringfügig Beschäftigten weniger als 8,50 Euro je Stunde verdienten. Die Studie des WSI zeigt einmal mehr wie wichtig es ist, die Einhaltung des Gesetzes stringent zu kontrollieren. Der DGB fordert die Aufstockung der dafür zuständigen Finanzkontrolle Schwarzarbeit auf 10.000 Stellen.

Weitere Informationen zum DGB-Reformkonzept Minijob finden Sie hier http://www.dgb.de/-/hW1

Die WSI-Studie „Mindestlohngesetz - Für viele Minijobber weiterhin nur Minilöhne“ finden Sie hier http://boeckler.de/cps/rde/xchg/hbs/hs.xsl/106575_107083.htm


Nachstehend die Pressemeldungen für Hessen und Thüringen in vollem Wortlaut


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