Deutscher Gewerkschaftsbund

02.11.2011

Der Arbeitsmarkt im Bezirk im Oktober

In Hessen waren im Oktober 170.317 Männer und Frauen ohne Arbeit. Das sind 3.206 oder 1,8 Prozent weniger als im September. Die Quote liegt bei 5,4 Prozent. Der Arbeitsmarkt hat laut Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur aber an Dynamik verloren. Das heißt, es wurden weniger offene Stellen gemeldet als im Vormonat. Insgesamt gut zwölfeinhalb Tausend Stellen weniger. Trotzdem ist der Bestand noch hoch: mehr als 41.000 freie Stellen sind in Hessen gemeldet.

Verlierer sind in beiden Ländern die Arbeitslosen unter 50. Deshalb hat sich der DGB Hessen-Thüringen ihnen in seinen Kommentaren besonders gewidmet. Bevor es losgeht noch die Zahlen von Thüringen. Zum ersten Mal unter 8 Prozent Arbeitslosenquote mit 7,8. Insgesamt waren in Thüringen im Oktober knapp 92.000 Männer und Frauen arbeitslos genmeldet. Die Quote variiert wie immer stark nach Regionen. Auch in Thüringen wurden im Oktober weniger freie Stellen gemeldet Insgesamt waren es 5.800 Stellen weniger. Der Bestand freier Stellen liegt bei 14.900.

Jetzt zu den Pressemeldungen des DGB: 

Metallarbeiter iN Schutzkleidung an einer Walzstraße mit glühendem Metall

DGB/Simone M. Neumann

Thüringen bei Arbeitsmarktzahlen weiter vorn – gute Entwicklung
Jetzt verstärkt um ältere Arbeitslose kümmern

Der DGB Hessen-Thüringen hat positiv auf die thüringischen Arbeitsmarktzahlen vom Oktober reagiert. Der Bezirksvorsitzende Stefan Körzell sagte: “Die Quote ist zum ersten Mal unter 8 Prozent. Damit schließt Thüringen bei den Arbeitsmarkt-zahlen an den Westen an. Allerdings ist die Freude getrübt. Denn der Zuwachs speist sich mit knapp 15 Prozent noch immer aus der Leiharbeit. Hier ist Thüringen jedoch mit der Änderung seiner Förderungsrichtlinien auf einem richtigen Weg, mehr gute Arbeit zu schaffen, um die Situation auf eine stabile Basis zu stellen.“

Außerdem fordert der DGB mehr politische Anstrengungen für Arbeitslose über 50 Jahren. Stefan Körzell: „Die gute Arbeitsmarktsituation geht komplett an den älteren Arbeitslosen vorbei. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Fast ein Viertel der Arbeitslosen ist älter als 55 Jahre. Es muss dringend etwas für sie getan werden, um auch sie in gute Arbeit zu bringen. Viele von ihnen haben eine fundierte Ausbildung und viel Berufserfahrung. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel dürfen wir dieses Potential nicht ungenutzt lassen.“
Wer jahrzehntelang gearbeitet habe, dürfe im Alter nicht einfach stehen gelassen werden. Durch die Instrumentenreform werde sich die Situation der Älteren weiter verschärfen, gerade sie seien besonders auf Hilfen angewiesen, für die jetzt kein Geld mehr zur Verfügung stehe.

Banner Aufschrift Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

DGB/Simone M. Neumann

Und jetzt die Pressemeldung für Hessen.

Gute Entwicklung auf Arbeitsmarkt auf solide Basis stellen
Jetzt um ältere Arbeitslose kümmern

Der DGB Hessen-Thüringen hat positiv auf die Arbeitsmarktzahlen vom Oktober reagiert. Der Bezirksvorsitzende Stefan Körzell sagte: “Wieder weniger Arbeitslose – das ist gut, aber noch nicht gut genug. Denn diese gute Entwicklung muss verstetigt werden, und zwar in Richtung gute Arbeit. Wer arbeitet, muss von seinem Lohn leben können. Deshalb muss es einen gesetzlichen Mindestlohn geben. Das Gerede des hessischen Unternehmerverbandes von sofortigem Einstieg in Arbeit um jeden Preis ist nicht mehr als politische Spiegelfechterei.“

Außerdem fordert der DGB mehr politische Anstrengungen für Arbeitslose über 50 Jahren. Stefan Körzell: „Seit vielen Monaten müssen wir am Monatsende immer wieder sehen, dass sich bei den älteren Arbeitslosen nichts getan hat. Auch im Ok-tober sind es mit 51.000 unverändert viele, fast ein Drittel aller Arbeitslosen in Hessen. Wir fordern gemeinsame Anstrengungen, um diese Menschen in eine gute Arbeit zu bringen. Viele von ihnen haben eine gute Ausbildung und viel Berufserfah-rung. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel dürfen wir dieses Potential nicht ungenutzt lassen.“
Im Übrigen sei die tatsächliche Zahl der Menschen über 50 Jahren ohne Beschäftigung noch viel höher, weil viele von ihnen durch Rechentricks aus der Statistik verschwänden. So zum Beispiel die über 58-jährigen Hartz IV Empfänger, die mehr als ein Jahr nicht vermittelt werden konnten, sie werden bei der Arbeitsagentur nicht mehr als arbeitsuchend, sondern unter „vorruhestandsähnlicher Beschäftigung“ geführt. Körzell weiter: „Dazu kommt, dass ein Teil der Älteren, die keinen Anspruch auf Hartz IV Leistungen haben, sich abgemeldet haben. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass es sich dabei ausschließlich um Wohlhabende handelt, die sich das leisten können. Wenn Menschen die Hoffung in unser System verlieren, sollten wir das sehr ernst nehmen.“
Wer jahrzehntelang gearbeitet habe, dürfe im Alter nicht einfach stehen gelassen werden. Durch die Instrumentenreform werde sich die Situation der Älteren weiter verschärfen, gerade sie seien besonders auf Hilfen angewiesen, für die jetzt kein Geld mehr zur Verfügung stehe.

 

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DGB Hessen-Thüringen


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