Deutscher Gewerkschaftsbund

28.08.2014

Der Arbeitsmarkt im Bezirk Hessen-Thüringen im August

Zur Situation in Hessen

 

DGB zum Ausbildungsstart 2014: "Nicht jammern, sondern ausbilden"

Der Beginn des Ausbildungsjahres 2014 lässt keine Trendwende auf dem hessischen Ausbildungsmarkt erkennen. Die Bugwelle von unversorgten jungen Menschen, die es seit Jahren gibt, wird wieder nicht abgebaut werden. „In den letzten zehn Jahren ist keine signifikante Veränderung in der Ausbildungsbereitschaft der Arbeitgeber festzustellen. Die Wirtschaft darf dann aber nicht mantraartig über einen Fachkräftemangel klagen, sondern muss die jungen Menschen ausbilden, “ so die DGB-Bezirksvorsitzende Gabriele Kailing zu den heute veröffentlichen Zahlen für den hessischen Arbeitsmarkt. Mit einem „Weiter so!“ seitens der Arbeitgeber würden jungen Menschen Ausbildungsperspektiven verbaut. Das könne auch nicht im Sinne der Unternehmen sein.

An die Hessische Landesregierung appelliert Kailing darüber hinaus, die sogenannten Übergangssysteme zwischen Schule und Beruf auf ihre Wirksamkeit als Übergänge in Ausbildung und Beruf zu überprüfen. "Sind Übergangsmaßnahmen nicht dazu geeignet, jungen Menschen eine zukunftsfeste Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen, dann werden sie nicht gebraucht."

Zur Situation in Thüringen

 

Ausbildungsstart 2014: Qualität der Ausbildung ist ausschlaggebend

„Zu Beginn des Ausbildungsjahres 2014/15 haben noch längst nicht alle Ausbildungssuchenden einen Ausbildungsvertrag in der Tasche“, kommentiert die DGB-Bezirksvorsitzende Gabriele Kailing die heute veröffentlichten Zahlen der Bundes-agentur zum Ausbildungsmarkt in Thüringen. „Bei dem äußerst günstigen Verhältnis seit Beginn des Berichtsjahres, 12.2041 betriebliche Ausbildungsstellen zu nur 10.914 Bewerbern, ein eher ärgerlicher Zustand." Es sei zu hoffen, dass die noch suchenden Unternehmen auf die 1.904 Jugendlichen zugehen und dabei prüfen, ob die Ausbildungsqualität in ihren Betrieben eine gute und faire Ausbildung erwarten lässt. „Es ist nicht zu übersehen, dass die unbesetzten Stellen überwiegend in Branchen liegen, in denen die Ausbildungsbedingungen hart bzw. schlichtweg unzumutbar sind. Wenn Unternehmen beispielsweise im Einzelhandel und im Hotel- und Gaststättenbereich bereit wären, die Ausbildungsqualität zu verbessern sowie gesetzliche Mindeststandards wie z.B. das Jugendarbeitsschutzgesetz einzuhalten, könnten einige dieser Stellen auch noch kurzfristig besetzt werden“, so die DGB-Bezirksvorsitzende.

Andererseits komme es zu oft vor, dass überzogene Erwartungen an die jungen Menschen eine realistische Einschätzung über deren Ausbildungsreife verhindern. Offensichtlich hätten noch nicht alle Unternehmen erkannt, dass nicht nur Abiturientinnen und Abiturienten in der Lage sind, eine Ausbildung zu meistern.


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