Deutscher Gewerkschaftsbund

30.10.2012

Der Arbeitsmarkt im Bezirk im Oktober

Agentur für Arbeit

DGb

Herbstliche Kälte auf dem hessischen und thüringischen Arbeitsmarkt

Der DGB Hessen-Thüringen hat besorgt sowohl auf auf die hessischen als auch auf die thüringischen Arbeitsmarktzahlen reagiert. Der Bezirksvorsitzende Stefan Körzell: “Wie beim Wetter zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt in diesem Herbst ungewöhnliche Kälte. Das heißt, die europäische Krise schlägt zwischenzeitlich auf den hiesigen Arbeitsmarkt durch. Deshalb müssen so schnell wie möglich Krisenbewältigungsinstrumente entwickelt werden, die sich bereits in der letzten Krise bewährt haben. Kurzarbeit hatte sich als probates Mittel gezeigt und sollte auch jetzt benutzt werden, um der aufziehenden Krise zu begegnen.“

Kurzarbeit als Krisenbewältigungsinstrument

Körzell forderte die Landesregungen auf, bei der Bundesregierung daraufhin zu wirken, den Bezugszeitraum der Kurzarbeit wieder auf zwei Jahre heraufzusetzen. Er war zuletzt auf sechs Monate reduziert worden. Außerdem müsse, so Körzell, auch diesmal die Kurzarbeit erneut auf die Beschäftigten der Leiharbeit ausgeweitet werden.

„Es geht darum, die Beschäftigten in den Betrieben zu halten. Kurzarbeit sollte zudem kombiniert werden mit Qualifizierung. Auf diese Weise können Betriebe gestärkt aus einer möglichen Krise hervorgehen, denn sie haben dann hervorragend qualifizierte Mitarbeiter und müssen sich nicht erst kosten- und zeitintensiv wieder neue Beschäftigte suchen.“

"Bildung in Zeitarbeit Hessen“ BinZ.he

Für Hessen regte Körzell an, das Programm „Bildung in Zeitarbeit Hessen“, BinZ.he, aus dem Jahr 2009 zu reaktivieren. Dabei handelte es sich um eine gemeinsame Initiative von DGB, IG-Metall Bezirk Mitte, den beiden Arbeitgeberverbänden der Leiharbeit und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Körzell: „Leiharbeiter sind immer die ersten, die eine Krise zu spüren bekommen. Deswegen ist es wichtig, sie im Betrieb zu halten und ihr Qualifikationsniveau zu steigern.“

Außerdem schlug Körzell vor, in Hessen und Thüringen Konjunktur belebende Maßnahmen im Umweltbereich voranzubringen, um der wirtschaftlichen Entwicklung wirkungsvoll entgegenzutreten. Hierzu nannte er den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die energetische Gebäudesanierung. Körzell: „So können wir eine mögliche Krise gewinnbringend nutzen: einerseits die Energiewende vorantreiben und andererseits für Beschäftigung sorgen.“


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