Deutscher Gewerkschaftsbund

04.09.2012

DGB-Jugend protestiert gegen NPD-Deutschland-Tour in Wiesbaden und Darmstadt

NPD-Gegendemo

dgb/schmidt

Im Zuge ihrer Deutschlandfahrt wollte die neofaschistische NPD auch in diversen hessischen Städten Halt machen. In der DGB-Jugend-Region Südhessen gastierte die NPD zunächst am 27.7. in Wiesbaden. Dort hatte ein breites Bündnis zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Diesem Aufruf  folgten etwa 200 Menschen. Unterstützt von lautstarken Boxen, gelang es, die Kundgebung der NPD, die auf dem Bahnhofsvorplatz stattfand, erfolgreich zu stören. Als nahezu skandalös musste an diesem Tag jedoch das Verhalten der Polizei bezeichnet werden. Diese hatte zahlreichen Personen das Zeigen von Fahnen demokratischer Organisation (darunter IG Metall und Jusos) in der Nähe der NPD-Kundgebung verboten. 

Am 03.08. versuchte die NPD schließlich in Darmstadt ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Im Vorfeld hatte die Stadt den Auftritt der Nazis auf dem Luisenplatz verboten. Das Verbot wurde seitens der zuständigen Gerichte jedoch aufgehoben. Dennoch durfte die NPD nicht erwarten, ihr rassistisches Gedankengut ungestört zu verbreiten zu können. Denn den 6 NPDlern standen bei sehr sommerlichen Temperaturen circa 500 Gegendemonstranten_innen verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen gegenüber. Darunter auch zahlreich Aktive der DGB-Jugend. Beschützt von einem massiven Polizeiaufgebot wollte das von Udo Pastörs angeführte NPD-Grüppchen nun die Darmstädter mit ihren menschenverachtenden Parolen nerven. Erfreulicherweise konnte an diesem Tag niemand auch nur einen Satz aus den Redebeiträgen der NPD zur Kenntnis nehmen. Denn während der gesamten Veranstaltung gelang es den Gegendemonstranten so viel Lärm zu verursachen, dass trotz der beeindruckenden Lautsprecheranlage kein Wort zu verstehen war. Nach etwa eineinhalb Stunden musste die NPD wieder abziehen.

Deutlich wurde an diesem Tag, dass dort, wo sich viele Menschen gegen Rechts stellen, die NPD keine Chance hat. Im Gegenzug muss man aber immer wieder feststellen, dass dort wo rechte Gewalt und bestehender Rassismus in der Mitte der Gesellschaft ignoriert, heruntergespielt oder relativiert werden, Rassisten leichteres Spiel haben. Dies gilt es gerade vor dem Hintergrund des 20-jährigen Jahrestages der rassistischen Pogrome von Rostock-Lichtenhagen deutlich zu betonen.

Kein Fußbreit den Faschisten!!

Keine Toleranz gegenüber Rassismus, Antisemitismus und Sexismus


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