Deutscher Gewerkschaftsbund

27.08.2011

Gewerkschaftsjugend demonstriert in Meiningen

Sommercamp der Gewerkschaftsjugend in Hümpfershausen

DGB demonstriert in Meiningen

DGB / Holger Kindler

Einen Berufseinstieg ohne Leiharbeit und prekäre Beschäftigung, die Gleichstellung von Frauen und Männer und die Bekämpfung des Neofaschismus. Das sind die Schwerpunkte, die sich die über 80 jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gewählt haben. Diese Themen machen für sie ein Gutes Leben aus. Mit der Forderung nach einem Guten Leben zogen die aktiven Gewerkschaftsmitglieder aus Thüringen und Hessen am Nachmittag durch die Meininger Innenstadt.

Den ersten Stopp machten sie an der Geschäftsstelle einer Leiharbeitsfirma. Dort protestierten sie gegen prekäre Beschäftigung von jungen Menschen. Der Jugendabteilungsleiter des DGB Hessen-Thüringen, Holger Kindler: „Der Berufseinstieg nach Ausbildung und Studium klappt für viele auch in wirtschaftlich guten Zeiten nicht ohne Probleme.“ Hinter befristeten Verträgen, Leiharbeit, Niedriglöhnen und Mini-Jobs stecke das Ziel der Unternehmen, die Entgelte zu drücken und die Menschen flexibel und gefügig zu halten. Damit hätten aber auch junge Menschen nicht genug für ein Gutes Leben, noch könnten sie ihr weiteres Leben planen. Die Gewerkschaftsjugend streitet deswegen für die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung.

Die Jugendlichen wollten in ihrer Demonstration auch ein Zeichen gegen Faschismus setzen. Deshalb legten sie einen weiteren Stopp an einem der Stolpersteine ein, die seit letztem Jahr an Jüdinnen und Juden erinnern, die während des Nationalsozialismus in Meiningen verfolgt wurden.

Für die Jugendlichen sind sie die Verbindungslinie zwischen altem und neuem Faschismus. Dass sowohl in Thüringen als auch in Hessen Neofaschismus weiterhin ein großes Problem ist, zeigten beispielsweise Aufmärsche und Feste von Neonazis in diesen Sommermonaten. Kindler: „Die Erinnerung an die faschistischen Verbrechen wach zu halten und gleichzeitig heute für Demokratie und gegen rechte Einstellungen einzutreten, bleibt eine Aufgabe der Gewerkschaftsjugend.“

 

Zum dritten Schwerpunkt der Gewerkschaftsjugend, der Gleichstellung, bemängelte Kindler: „Schon beim Start in die Ausbildung ist absehbar, dass Frauen und Männer auch in der Arbeitswelt nicht gleichgestellt sind. „Junge Frauen bekommen im Durchschnitt rund 100 Euro weniger Ausbildungsvergütung. Das kommt daher, dass in Ausbildungsberufen, in denen sich traditionell junge Frauen ausbilden lassen, deutlich weniger gezahlt wird.“ Da verwundere es nicht, wenn ungleiche Einkommen und Möglichkeiten von Frauen und Männern sich im weiteren Berufsleben fortsetzen und zuspitzen. Gerade auch die klassischen Frauenberufe verdienten endlich die notwendige finanzielle Anerkennung.

An der Demonstration in Meiningen beteiligten sich junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der Gewerkschaften ver.di, IG BAU und der DGB-Jugend. Über das Wochenende veranstalten sie ihr hessisch-thüringisches Sommercamp am Schloss Sinnershausen in der Rhön.


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