Aufruf zum Antikriegstag 2026: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Gemeinsam für Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg.
Aufruf zum Antikriegstag 2026:
Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!
Gemeinsam für Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg.
Die Entwicklungen der internationalen Beziehungen erfüllen uns mit größter Sorge. Weltweit scheint sich eine Politik der Konfrontation und wiedererwachter Großmachtansprüche durchzusetzen. Doch wir halten an unserem Grundsatz fest: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ Wir brauchen keine Politik, die einer permanenten „Kriegstüchtigkeit“ das Wort redet, sondern eine Sicherheitspolitik, die die Freiheit schützt und darauf ausgerichtet ist, Konflikte zivil zu überwinden.
Diplomatie und Völkerrecht statt Mittelstreckenraketen
Wir fordern die Bundesregierung weiterhin auf, sich gegen die Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland einzusetzen. Auch wenn die Trump-Regierung die Stationierung aktuell zurückgestellt hat, kann sich dies unter geänderten Vorzeichen schnell ändern. Die Stationierung bringt unkalkulierbare Risiken. Sie treibt eine gefährliche Rüstungsdynamik voran, stattdessen brauchen wir Wege zur Abrüstung und Rüstungskontrolle. Wir teilen die Sorge, dass Deutschland dadurch im Ernstfall noch stärker ins Zentrum atomarer Eskalationsrisiken rückt. Sicherheit kann nur durch das unermüdliche Einfordern des völkerrechtlichen Gewaltverbots und durch zivile Diplomatie entstehen.
Perspektiven für die Jugend statt Wehrpflicht
Einer Wiedereinführung eines verpflichtenden Kriegsdienstes oder anderer Zwangsdienste erteilen wir eine klare Absage. Solche Dienste bedeuten einen tiefen, ungerechtfertigten Eingriff in die persönliche Freiheit und die Lebensgestaltung junger Menschen. Sie greifen tief in Bildungs- und Erwerbsbiografien ein, verschärfen soziale Ungleichheiten und belasten einseitig die jüngere Generation. Junge Menschen brauchen positive Perspektiven mit Bildungs- und Chancengleichheit, damit sie zu selbstbestimmten, kritisch denkenden und verantwortungsvollen Demokraten*innen werden können.
EU als Friedensmacht statt Aufrüstungslogik
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Aggressionen der USA im Nahen Osten und Lateinamerika haben eine neue Bedrohungslage in Europa geschaffen. Dagegen sollen sich die Europäer eindeutig zum Völkerrecht bekennen und gegen jeglichen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus zur Wehr setzen. Wir fordern, dass die EU ihre eigenständige Rolle als globale Friedensmacht stärkt, multilaterale Rüstungskontrollen auf den Weg bringt und ihre strategische, wirtschaftliche und technologische Autonomie ausbaut. Europa muss zum solidarischen (grenzenlosen) Partner des globalen Südens werden und die Kriminalisierung der Migration beenden.
Sicherheit beruht auf sozialer Gerechtigkeit
Für uns stehen Frieden und Sicherheit in einem untrennbaren Zusammenhang mit guten Lebens- und Arbeitsverhältnissen, demokratischer Stabilität, wirtschaftlichem Erfolg und gerechter Verteilung des Reichtums. Ein massiver Aufwuchs des Militäretats darf nicht zulasten des Sozialstaates, öffentlicher Investitionen und der sozialen Sicherung gehen. Rüstungsinvestitionen können einen ökonomischen Aufschwung nicht herbeiführen. Wenn der Staat bei der Krisenprävention, der humanitären Hilfe und im sozialen Bereich drastisch kürzt, schwächt das den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit die Demokratie selbst.
Klimaschutz als Bedingung globaler Stabilität
Wer über Sicherheit sprechen will, darf auch über die Folgen des Klimawandels nicht schweigen. Während die G20-Staaten die Hauptverursacher sind, treffen die verheerenden Folgen wie Dürren und der Verlust von Lebensgrundlagen vor allem die Länder des Globalen Südens. Die daraus resultierenden Ressourcenkonflikte heizen militärische Spannungen und Migrationsdruck weiter an. Konsequenter Klimaschutz und eine internationale Kooperation auf Augenhöhe sind daher fundamentale Bedingungen für weltweite Stabilität und präventive Friedensarbeit.
Unsere Kernforderungen zum Antikriegstag 2026
- Wir fordern eine Abkehr von der Rhetorik der „Kriegstüchtigkeit“ und die Rückbesinnung auf eine am Friedensgebot der Hessischen Verfassung ausgerichtete Außen- und Sicherheitspolitik.
- Die Bundesregierung muss sich aktiv gegen die riskante Stationierung neuer US-Mittelstreckensysteme in Deutschland einsetzen.
- Wir lehnen die Wiedereinführung des Wehrdienstes sowie jegliche andere Form von Pflichtdiensten konsequent ab.
- Rüstungsausgaben dürfen nicht zu Kürzungen bei Sozialstaat, Bildung und Infrastruktur führen.
- Der gefährliche Sparkurs bei der zivilen Krisenprävention, wie der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe, muss sofort beendet werden.
- Europa muss Initiativen für globale Abrüstung und faire, partnerschaftliche Handelsbeziehungen entwickeln.
- Wir fordern eine streng kontrollierte und transparente Rüstungsexportpolitik.
- Um unsere Gesellschaft krisenfest zu machen, müssen wir auf faire Jobs, gerechte Aufstiegschancen, ein sozial-ökologisches Wirtschaftssystem und eine konsequente Friedensdiplomatie setzen.
Demokonsens:
Als Friedensbewegung möchten wir keine bestehenden militärischen Konflikte anheizen oder polarisieren. Wir bitten darum, auf entsprechende Banner, Fahnen, Symbole und Sprechchöre zu verzichten. Auch lehnen wir Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ab.
Ort und Zeit:
01. September 2026 um 18 Uhr am Bahnhof Mainz-Kastel
dann Demo über Friedenstraße entlang der US-Garnison zum Paulusplatz
Aufrufende Organisationen
attac Mainz, Club Voltaire Frankfurt, DFG-VK Frankfurt, DFG-VK Mainz-Wiesbaden, DGB Frankfurt, DGB Mainz, DGB Wiesbaden, DGB Jugend Frankfurt, Die Linke Frankfurt, Die Linke Wiesbaden, Friedensbündnis Oberursel, Friedens- und Zukunftswerkstatt, Friedensinitiative Mainz, Gewaltfrei Grün e.V., GEW Hessen, InterRed, LAGG, Linksjugend Solid Wiesbaden, NaturFreunde Hessen, NaturFreunde Wiesbaden, pax christi Rhein-Main, Stiftung Solidarität Frankfurt, Türkisches Volkshaus Frankfurt, VVN-BdA Frankfurt, Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung