Beschäftigte aus UKGM und Landesdienst setzen Zeichen für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen!

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Dachzeile Warnstreik in Marburg

Mehrere hundert Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst des Landes Hessen und dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) haben sich in Marburg an einem gemeinsamen Warnstreik beteiligt. Der Demonstrationszug führte vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zum Erwin-Piscator-Haus, wo eine Kundgebung stattfand.

Die Aktionen stehen im Zusammenhang mit den laufenden Tarifverhandlungen sowohl beim Land Hessen als auch am UKGM. Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes – unter anderem aus Hochschulen, Schulen, Verwaltungen sowie aus dem Gesundheitsbereich – beteiligten sich an den Protesten.

Auch zahlreiche Beschäftigte des UKGM nahmen an dem Warnstreik teil. Dort verhandelt die Gewerkschaft ver.di derzeit für rund 8.000 nichtärztliche Beschäftigte über einen neuen Tarifvertrag. Die Gewerkschaft fordert unter anderem deutliche Entgeltsteigerungen, bessere Schichtzulagen und Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen.

Auf der Kundgebung sprach auch Robin Mastronardi, Geschäftsführer des DGB Mittelhessen. Er stellte die aktuellen Tarifauseinandersetzungen in einen größeren Zusammenhang und verwies auf die Bedeutung von Solidarität in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche in der Region. „Bessere Arbeits- und Lebensbedingungen fallen nicht vom Himmel. Sie werden erkämpft – von Beschäftigten, die zusammenhalten und füreinander einstehen. Gerade jetzt sehen wir, wie wichtig Solidarität ist. Wenn Standorte unter Druck geraten und Arbeitsrechte infrage gestellt werden, dürfen wir uns nicht spalten lassen. Egal ob Öffentlicher Dienst, UKGM oder Behringwerke: Nur gemeinsam sind wir stark“, sagte der Gewerkschafter.

Der Hinweis auf die Behringwerke knüpft an die aktuellen Entwicklungen am Pharmastandort in Marburg an. Dort stehen nach Unternehmensplänen rund 1.500 Arbeitsplätze zur Disposition. Für die Gewerkschaften ist klar, dass solche Entwicklungen weit über die betroffenen Beschäftigten hinaus Folgen haben können.

Arbeitsplätze in der Industrie sichern nicht nur Einkommen für tausende Familien, sondern haben auch große Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region. Gerade in Mittelhessen ist der Pharmastandort eng mit der Universität, zahlreichen Zulieferbetrieben und weiteren Arbeitsplätzen verbunden.

Der Warnstreik machte deshalb auch deutlich: Fragen guter Arbeit, fairer Bezahlung und der Zukunft von Industriestandorten hängen eng zusammen. Für die Gewerkschaften bleibt entscheidend, dass Beschäftigte ihre Interessen gemeinsam vertreten und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Tarifrunde UKGM: Forderungen der Beschäftigten und der Gewerkschaft ver.di

  • 12 Prozent mehr Lohn, mindestens 400 Euro monatlich
  • 200 Euro monatlich mehr für Auszubildende
  • Höhere Schichtzulagen
    • 250 Euro Wechselschichtzulage
    • Zusätzliche Schichtzulage von 100 Euro
    • Dynamische Anpassung aller Zulage
  • Tarifliche Freistellung am 24. und 31. Dezember
  • Laufzeit des Tarifvertrags: 12 Monate

An den Tarifverhandlungen sind rund 8.000 nichtärztliche Beschäftigte des Universitätsklinikums Gießen-Marburg beteiligt.

Das bisherige Angebot des Arbeitgebers sieht eine Entgelterhöhung von insgesamt 5,8 Prozent vor, verteilt über mehrere Stufen bis zum Jahr 2028.

Tarifrunde Land Hessen: Forderungen der Beschäftigten und der DGB-Gewerkschaften

  • 7 Prozent mehr Lohn, mindestens 300 Euro monatlich
  • 200 Euro mehr für Auszubildende, Praktikanten und Studierende
  • Unbefristete Übernahme nach der Ausbildung
  • TV Stud jetzt: Aufnahme studentischer Beschäftigter in den Tarifvertrag
  • Laufzeit des Tarifvertrags: 12 Monate

Ein konkretes Angebot der Landesregierung lag zum Zeitpunkt der Warnstreikaktionen noch nicht vor.

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