Mit einem ganztägigen Warnstreik am 23. März 2026 haben die Beschäftigten der Stanley Feinwerktechnik in Lahnau ein deutliches Signal gesendet: Sie fordern einen Tarifvertrag, faire Bezahlung und verlässliche Arbeitsbedingungen. Gemeinsam mit der IG Metall Mittelhessen machen sie deutlich, dass sie bereit sind, für ihre Interessen einzustehen.
Bereits seit 2024 fordern die Beschäftigten einen Tarifvertrag. Doch konkrete Fortschritte sind bislang ausgeblieben. Für die Beschäftigten bedeutet das vor allem eines: Unsicherheit. Statt verlässlicher Lohnerhöhungen droht die nächste Nullrunde – trotz guter Auftragslage im Betrieb.
Gleichzeitig steigt der Druck im Arbeitsalltag. Stellen werden nicht nachbesetzt, die Arbeitsbelastung nimmt zu und immer mehr Fachkräfte verlassen das Unternehmen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Wer für vergleichbare Arbeit in tarifgebundenen Betrieben deutlich bessere Bedingungen vorfindet - u. a. wie beim Mutterwerk Stanley Tucker in Gießen, orientiert sich früher oder später neu.
Der Warnstreik ist deshalb kein einmaliges Signal, sondern Teil eines längeren Prozesses. Bereits in der Vergangenheit haben die Beschäftigten ihren Unmut deutlich gemacht. Nun erhöhen sie den Druck auf die Geschäftsleitung, endlich ernsthafte Verhandlungen zu führen und eine Perspektive auf einen Tarifvertrag zu eröffnen.
Dabei geht es nicht nur um die aktuelle Belegschaft. Viele Beschäftigte betonen, dass ein Tarifvertrag auch entscheidend für die Zukunft des Standorts ist – etwa um Fachkräfte zu halten und neue Auszubildende zu gewinnen.
Die Videoreihe aus dem Streiklokal gibt Einblicke in die Situation vor Ort, lässt Beschäftigte selbst zu Wort kommen und zeigt, wie groß der Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft ist.
Klar ist: Der erste Schritt ist gemacht. Jetzt liegt es am Arbeitgeber, sich endlich zu bewegen.