"Jetzt ist es fünf nach 12!"

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Mit einer kraftvollen Kundgebung haben am 4. März 2026 über 3000 tausend Beschäftigte, ihre Familien sowie Unterstützerinnen und Unterstützer am Pharmastandort Behringwerke in Marburg ein deutliches Zeichen gesetzt. Sie folgten dem Aufruf von IGBCE und DGB und machten klar: Der fortschreitende Arbeitsplatzabbau in der Region stößt auf entschlossenen Widerstand.

Auslöser des Protests ist insbesondere die Ankündigung von CSL Behring im Februar, 10 bis 15 Prozent der Arbeitsplätze in der Produktion abzubauen – rund 400 bis 500 Stellen. Diese Entscheidung sorgt für große Empörung, denn aus Sicht der Gewerkschaft fehlt eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass profitable Strukturen dem kurzfristigen Renditedruck geopfert werden.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten mehrere Unternehmen am Standort Stellen gestrichen oder ganze Bereiche geschlossen. Innerhalb kurzer Zeit sind so weit über tausend Arbeitsplätze verloren gegangen oder bedroht.

“Es reicht!” – Deutliche Worte von der IGBCE

Anne Weinschenk, Bezirksleiterin der IGBCE Mittelhessen, machte auf der Kundgebung deutlich, wie ernst die Lage ist. Innerhalb weniger Monate seien massiv Arbeitsplätze abgebaut worden, während gleichzeitig neue Einschnitte angekündigt würden. Für viele Beschäftigte sei eine Grenze erreicht. Zugleich kritisierte sie die Entscheidungen der Unternehmen deutlich: Trotz guter wirtschaftlicher Lage würden Stellen gestrichen. Die Entscheidungen würden häufig international getroffen und orientierten sich erkennbar an Renditeinteressen statt an der Verantwortung für Beschäftigte und Region.

Standort unter Druck – Auswirkungen weit über das Werkstor hinaus

Auch Sabine Süpke, Leiterin des Landesbezirks IG BCE-Hessen-Thüringen machte deutlich, dass es um weit mehr als einzelne Unternehmen geht. Der Pharmastandort sei ein zentraler Pfeiler für gute Industriearbeit, Ausbildung und regionale Wertschöpfung. Ein weiterer Abbau gefährde nicht nur Arbeitsplätze, sondern ganze Strukturen in Mittelhessen. Denn der Standort ist eng verflochten mit Zulieferern, Dienstleistern und der regionalen Infrastruktur. Jeder Arbeitsplatzverlust wirkt sich damit weit über die einzelnen Betriebe hinaus aus.

Politik in der Verantwortung

Der stellvertretende hessische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori betonte auf der Kundgebung die große Bedeutung des Standorts für Hessen. Es brauche jetzt klare Perspektiven, Investitionen und ein Bekenntnis zur industriellen Zukunft, um Arbeitsplätze und Wertschöpfung langfristig zu sichern.

Neue Unsicherheit durch Entwicklungen bei BioNTech

Zusätzlich verschärft sich die Lage durch aktuelle Entwicklungen bei BioNTech. Der angekündigte Rückzug der Unternehmensgründer hat zu erheblicher Verunsicherung unter den Beschäftigten geführt. Erstmals haben sich Betriebsräte standortübergreifend öffentlich zu Wort gemeldet und Klarheit über die Zukunft des Unternehmens eingefordert. Damit wird deutlich: Die Herausforderungen am Pharmastandort sind kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer tiefgreifenden Transformation der Branche – mit direkten Folgen für die Beschäftigten in Mittelhessen.

Klares Signal: Kämpfen lohnt sich!

Die Kundgebung hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Beschäftigten zusammenstehen und bereit sind, für ihre Zukunft zu kämpfen. Dabei geht es um mehr als einzelne Arbeitsplätze. Es geht um den Erhalt von Industrie, um Tarifbindung, um Ausbildungsperspektiven und letztlich um Kaufkraft und Wertschöpfung in der gesamten Region.

Für den DGB Mittelhessen ist deshalb klar: Ohne Druck bewegt sich nichts. Und ohne gemeinsames Handeln gibt es keine Perspektiven.

Die Botschaft des Tages ist eindeutig: Kämpfen lohnt sich – für Arbeitsplätze, für Standorte und für die Zukunft Mittelhessens!

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