Der DGB-Kreisverband Vogelsberg hat einen neuen Vorsitzenden: Paul Weber wurde auf der Delegiertenkonferenz in Alsfeld zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Er folgt auf Anna Boulnois, die den Vogelsberger DGB-Vorstand in den letzten vier Jahren lenkte und nicht mehr angetreten war. Weber ist ein Urgestein der Vogelsberger Gewerkschaftsbewegung und seit über 60 Jahren Gewerkschaftsmitglied - ein ausführlicher Bericht zu seiner Vita folgt unten.
Neben Paul Weber gehören dem DGB-Kreisvorstand Vogelsberg: Hans Heinrich Hartung (GdP), Dr. Christoph Stüber und Otto Frank (GEW), Thomas Geisel und Rudolf Rohrsetzer (IG Metall), Brigitte Theiss (NGG), Stephanie Reiss und Susann Ziegler (EVG) sowie Winfried Weber und Joachim Biermanski (ver.di) an. Als kooptierte bzw. beratende Mitglieder wurden seitens des Vorstands Claus Richter und Bärbel Grünewald (ver.di) hinzugezogen.
»Gesundheit vor Profite!« – DGB Vogelsberg diskutiert über Krankenhausreform und Konzepte für die regionale Gesundheitsversorgung im Vogelsberg
»Gesundheit vor Profite!« war die zentrale Forderung einer gut besuchten Veranstaltung des DGB-Kreisverbands Vogelsberg im Kulturhaus im Rambachhaus in Alsfeld. Im Anschluss an die DGB-Konferenz sprach Stefan Würzbach, Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, über die geplante Krankenhausreform und Konzepte für die regionale Gesundheitsversorgung im Vogelsberg.
"Die Krankenhauslandschaft in Deutschland steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Viele Kliniken geraten oder sind bereits in finanzieller Schieflage", so Würzbach. Die geplante Krankenhausreform muss daher Antworten liefern, wie eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Versorgung sichergestellt werden kann. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich die Interessen der Beschäftigten im Gesundheitswesen, mit denen der Patientinnen und Patienten in Einklang bringen lassen.
Aus Sicht des DGB ist eine Reform der Krankenhausversorgung notwendig. Personalmangel, Investitionsstau bei gleichzeitig sinkenden Krankenhausauslastung machen einen Umbau der Versorgungsstrukturen notwendig. Die Krankenhausreform muss geplant stattfinden und ein kalter Strukturwandel muss verhindert werden, so der Gewerkschafter. Dabei ist aus gewerkschaftlicher Perspektive Gute Arbeit – tarifgebunden und mitbestimmt - eine Grundvoraussetzung, um dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu begegnen. Nur gute Arbeitsbedingungen und Löhne können die Arbeit im Gesundheitssektor wieder attraktiver machen.
Darüber hinaus muss die Gesundheitsversorgung überall in hoher Qualität sichergestellt werden. Die notwendige Spezialisierung von Krankenhäusern und der Abbau von ungenutzten Krankenhauskapazitäten darf nicht bedeuten, dass die Versorgung schlechter wird. Dabei spielen auch regionale Versorgungszentren eine zentrale Rolle. Hierzu hat der DGB ein Konzept vorgelegt, das zeigt, wie sektorenübergreifende Versorgung gelingen kann. Zentral ist dabei, dass sich die Ausgestaltung am Bedarf vor Ort orientiert und modulare Versorgungszentren passgenau mit und für die Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden.