Über 3.000 Menschen am 1. Mai in Mittelhessen

Starkes Signal für Jobs und soziale Sicherheit!

Datum

Über 3.000 Menschen sind am 1. Mai 2026 in Mittelhessen auf die Straße gegangen und haben sich an Demonstrationen, Kundgebungen und Familienfesten in Alsfeld, Gießen, Herborn, Marburg und Wetzlar beteiligt.

Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften gemeinsam ein deutliches Zeichen gesetzt.

Gemeinsame Themen: Jobs, Sozialstaat und Zukunft

In allen fünf Städten wurde deutlich, dass sich die gesellschaftlichen Konflikte zuspitzen. Arbeitsplatzabbau, wirtschaftliche Unsicherheiten und zunehmender Druck auf die sozialen Sicherungssysteme prägen die Lebensrealität vieler Beschäftigter. Gerade in Mittelhessen wird sichtbar, was das konkret bedeutet: Industriearbeitsplätze stehen massiv unter Druck, Standorte sind gefährdet und ganze Belegschaften blicken mit Sorge in die Zukunft.

„Der 1. Mai 2026 hat gezeigt, dass die Menschen sehr genau spüren, worum es gerade geht: Es geht um ihre Arbeitsplätze, ihre Lebensgrundlagen und den sozialen Zusammenhalt. Gute Arbeit und ein starker Sozialstaat sind keine Selbstverständlichkeit – sie müssen erkämpft und verteidigt werden“, so Robin Mastronardi, Geschäftsführer des DGB Mittelhessen.

Gleichzeitig wurde deutlich: Wer den Sozialstaat schwächt, verschärft Unsicherheit und Spaltung. Die Auseinandersetzungen um Arbeitsplätze, Verteilung und soziale Sicherung gehören zusammen. Der 1. Mai ist kein Endpunkt, sondern ein Auftakt. Die Konflikte um Industriearbeitsplätze, den Sozialstaat und gute Arbeit werden uns weiter begleiten – und wir werden sie gemeinsam führen.

Neben den politischen Botschaften boten alle Veranstaltungen Raum für Austausch, Begegnung und gemeinsames Feiern. Zahlreiche Initiativen und Gewerkschaften waren mit Info-Ständen vertreten, Musik und Familienangebote rundeten das Programm ab.


Alsfeld - Soziale Gerechtigkeit und Verteilung im Fokus!

Der 1. Mai in Alsfeld fand traditionell auf dem Marktplatz statt und verband politische Kundgebung mit einem Familienfest, das viel Gelegenheit für Austausch und Vernetzung bot. Vor historischer Kulisse kamen über 150 Kolleginnen und Kollegen sowie Bürgerinnen und Bürger zusammen, um gemeinsam ein Zeichen für gute Arbeit und soziale Sicherheit zu setzen.

Im Mittelpunkt der Redebeiträge standen insbesondere Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Verteilung. Deutlich wurde dabei die wachsende Kluft zwischen hohen Vermögen auf der einen und steigenden Belastungen für viele Beschäftigte auf der anderen Seite. Mehrfach wurde die Forderung formuliert, dass starke Schultern stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen müssen.

Darüber hinaus spielten klassische gewerkschaftliche Themen eine zentrale Rolle:

  • die Verteidigung des Acht-Stunden-Tages
  • sichere und tarifgebundene Beschäftigung
  • bessere Investitionen in Bildung und öffentliche Infrastruktur

Auch aktuelle politische Entwicklungen wurden kritisch eingeordnet – insbesondere mit Blick auf Debatten über Einschnitte im Sozialstaat und die zunehmende gesellschaftliche Verunsicherung vieler Menschen.

Neben den politischen Beiträgen bot die Veranstaltung Raum für Begegnung und Austausch. Verschiedene Gewerkschaften, Initiativen und demokratische Parteien waren mit Info-Ständen vertreten und kamen mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch.

Ein Ausdruck gelebter Solidarität war auch in diesem Jahr die traditionelle Spendensammlung zugunsten der Alsfelder Tafel. Dabei kamen 337,05 Euro zusammen.

Der 1. Mai in Alsfeld hat damit erneut gezeigt: Auch abseits der großen Städte ist das Bedürfnis nach sozialer Sicherheit, fairer Verteilung und politischer Mitsprache groß – und die Bereitschaft, dafür gemeinsam einzustehen.

Gießen - Große Beteiligung, starke Inhalte und ein besonderer Blick in die Geschichte!

Mit rund 1.000 Teilnehmenden war die Veranstaltung in Gießen, neben Marburg, die größte in Mittelhessen. Demonstration, Kundgebung und Familienfest auf dem Kirchenplatz verbanden politische Klarheit mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Engagement.

Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen in der Arbeitswelt und Gesellschaft: die Situation im Gesundheitswesen, Fragen von Bildung, Frieden und Mitbestimmung sowie die zunehmenden Angriffe auf Arbeitsrechte und den Sozialstaat. Die Redebeiträge machten deutlich, dass es auch heute um grundlegende Fragen von Gerechtigkeit, Teilhabe und demokratischer Mitbestimmung geht.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war ein inszenierter Auftritt von Wilhelm Liebknecht, der als historischer Bezugspunkt der Arbeiterbewegung „zu Wort kam“. In einer eindrucksvollen Darstellung wurden zentrale Fragen der Vergangenheit mit den Konflikten der Gegenwart verbunden: die Bedeutung von Solidarität, die Rolle von Gewerkschaften und die Notwendigkeit, demokratische Rechte immer wieder neu zu verteidigen.

Dabei wurde deutlich: Viele der Kämpfe, die die Arbeiterbewegung vor über 100 Jahren geprägt haben, sind auch heute noch aktuell. Die Fragen nach fairen Arbeitsbedingungen, sozialer Sicherheit und echter Mitbestimmung im Betrieb stellen sich weiterhin – wenn auch unter veränderten Bedingungen.

Die Veranstaltung in Gießen zeigte damit eindrucksvoll, wie sich historische Erfahrungen und aktuelle Auseinandersetzungen miteinander verbinden lassen. Sie war geprägt von einer hohen Beteiligung, vielfältigen Beiträgen und einem klaren Signal: Die Gewerkschaften sind auch heute eine zentrale Stimme für soziale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe.

Herborn - Zentrale Mai-Veranstaltung mit klarer Kante für Industrie und gute Arbeit!

Die Veranstaltung in Herborn war in diesem Jahr die zentrale Mai-Kundgebung des DGB für Hessen und Thüringen und damit ein besonderer politischer Schwerpunkt des 1. Mai 2026. Über 800 Menschen aus der Region kamen zusammen, um ein deutliches Zeichen für gute Arbeit, sichere Arbeitsplätze und einen starken Sozialstaat zu setzen.

Im Mittelpunkt der Kundgebung standen die aktuellen Herausforderungen in der Industrie – insbesondere die zunehmende Unsicherheit durch Standortdebatten, Transformation und wirtschaftlichen Druck auf Unternehmen und Beschäftigte im Lahn-Dill-Kreis.

Mit dem Bezirksvorsitzenden des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, war einer der zentralen gewerkschaftlichen Stimmen vor Ort. In seiner Rede machte er deutlich, dass die Transformation der Industrie aktiv gestaltet werden muss – und nicht zulasten der Beschäftigten gehen darf. Öffentliche Fördermittel, so seine klare Forderung, dürfen nicht bedingungslos vergeben werden: Unternehmen müssen Standorte sichern, Arbeitsplätze erhalten und Tarifbindung garantieren.

Auch Oliver Scheld, 1. Bevollmächtigter IG Metall Herborn-Betzdorf, machte deutlich, wie konkret die Herausforderungen vor Ort sind. Die Entwicklungen in der Industrie betreffen die Beschäftigten unmittelbar – es geht um Sicherheit, Perspektiven und die Zukunft ganzer Regionen.

Die Kundgebung wurde damit zu einem klaren industriepolitischen Signal:

  • Transformation braucht Sicherheit
  • Gute Arbeit braucht Tarifbindung
  • Öffentliche Gelder müssen an klare soziale Bedingungen geknüpft sein

Mit Kaweh Mansoori, stellvertretender hessischer Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, war zudem hochrangige politische Prominenz vertreten. In seinem Beitrag wurde deutlich, dass die industrielle Transformation nur gelingen kann, wenn sie mit Investitionen verbunden und sozial ausgestaltet wird. Gleichzeitig wurde unterstrichen, dass Beschäftigungssicherung und wirtschaftliche Entwicklung zusammen gedacht werden müssen.

Der 1. Mai in Herborn hat damit gezeigt: Die Zukunft der Industrie entscheidet sich nicht allein in Vorstandsetagen – sondern auch auf der Straße, im Betrieb und im politischen Ringen um gute Arbeit und soziale Sicherheit.

Marburg - Kampf um Industriearbeitsplätze und soziale Sicherheit!

Mit rund 1.200 Teilnehmenden war die Veranstaltung in Marburg die größte in Mittelhessen. Die Demonstration durch die Stadt und die anschließende Kundgebung auf dem Marktplatz standen ganz im Zeichen aktueller Konflikte in der Industrie und am Pharmastandort.

Im Mittelpunkt der Beiträge standen die angekündigten und bereits spürbaren Einschnitte bei tarifgebundenen Arbeitsplätzen – insbesondere in der Industrie sowie am Standort der Behringwerke. Viele der Anwesenden verbindet dabei eine konkrete Betroffenheit: Es geht nicht um abstrakte Entwicklungen, sondern um die Zukunft von Arbeitsplätzen, um Perspektiven und um die Existenz ganzer Familien in der Region.

Die Stimmung war entsprechend deutlich: Neben großer Solidarität war auch spürbare Wut über die aktuellen Entwicklungen präsent. Immer wieder wurde kritisiert, dass wirtschaftliche Entscheidungen auf Kosten der Beschäftigten getroffen werden, während gleichzeitig der Druck auf den Sozialstaat wächst.

Die Redebeiträge machten klar, dass diese Entwicklungen nicht isoliert betrachtet werden können. Arbeitsplatzabbau, unsichere Perspektiven und Angriffe auf soziale Sicherungssysteme hängen unmittelbar zusammen. Wer Arbeitsplätze abbaut und gleichzeitig soziale Absicherung schwächt, verschärft die Unsicherheit für viele Menschen erheblich.

Gleichzeitig wurde betont, dass es Alternativen gibt: Eine aktive Industriepolitik, der Erhalt von Standorten und eine Stärkung tarifgebundener Beschäftigung sind zentrale Voraussetzungen für eine soziale und wirtschaftlich stabile Zukunft der Region.

Der 1. Mai in Marburg war damit nicht nur eine Demonstration, sondern ein deutliches Signal: Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Arbeitsplätze, ihre Rechte und ihre Zukunftsperspektiven zu kämpfen.

Wetzlar - Gute Arbeit, Tarifbindung und Würde im Mittelpunkt!

Die Veranstaltung in Wetzlar stellte den 1. Mai ganz bewusst in den Kontext konkreter betrieblicher Auseinandersetzungen und der Frage, wie gute Arbeit unter den aktuellen Bedingungen gesichert werden kann. Rund 350 Menschen kamen im Kulturzentrum Franzis zusammen, um gemeinsam ein Zeichen für Solidarität und gewerkschaftliche Stärke zu setzen.

Im Mittelpunkt der Beiträge standen die Bedeutung von Tarifbindung, Mitbestimmung und kollektiver Interessenvertretung. Anhand aktueller Entwicklungen wurde deutlich, dass gute Arbeitsbedingungen keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder neu erkämpft und verteidigt werden müssen.

Gerade vor dem Hintergrund wachsender wirtschaftlicher Unsicherheiten und zunehmenden Drucks auf Beschäftigte wurde betont, wie wichtig starke Gewerkschaften sind. Sie sind es, die Arbeitsbedingungen verbessern, Löhne sichern und den Beschäftigten eine Stimme geben – im Betrieb wie auch in der Öffentlichkeit.

Zugleich wurde die Verbindung zum Sozialstaat klar herausgestellt: Gute Arbeit und soziale Sicherheit gehören zusammen. Wer Tarifbindung schwächt oder Arbeitsbedingungen verschlechtert, gefährdet auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Neben den politischen Beiträgen bot die Veranstaltung Raum für Austausch und Begegnung. Musik, Verpflegung und zahlreiche Info-Stände von Gewerkschaften und Initiativen sorgten für eine offene und solidarische Atmosphäre.

Der 1. Mai in Wetzlar hat damit deutlich gemacht: Der Kampf um gute Arbeit ist immer auch ein Kampf um Würde, Respekt und gesellschaftliche Teilhabe – und er wird weiterhin entschlossen geführt.

Der 1. Mai 2026 hat gezeigt: Unsere Antwort auf Unsicherheit, Spaltung und Angriffe auf gute Arbeit sowie den Sozialstaat bleibt Solidarität – und wir werden sie gemeinsam auf die Straße, in die Betriebe und in die politische Auseinandersetzung tragen.

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