Ausbildungsmarkt in Hessen: DGB warnt vor alarmierendem Rückgang
„Die Wirtschaftskrise ist mittlerweile auch auf dem hessischen Ausbildungsstellenmarkt deutlich sichtbar. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätze um 10,3 Prozent zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von 3.276 Ausbildungsplätzen. Hessen bildet damit im Vergleich zu den anderen Flächenländern das Schlusslicht“, erklärt Sternatz.
Von insgesamt 37.677 ausbildungsinteressierten Jugendlichen sind weiterhin 4.177 unversorgt. Auf 100 unbesetzte Stellen kommen 161 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz.
„Unser Appell richtet sich deshalb an die hessischen Arbeitgeber*innen: Wer heute an Ausbildungsplätzen spart, gefährdet die Fachkräftesicherung von morgen. Junge Menschen brauchen eine verlässliche Perspektive und die Chance auf eine qualifizierte Berufsausbildung. Betriebliche Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft. Nur wenn Unternehmen jetzt ausbilden, stehen ihnen bei einer wirtschaftlichen Erholung ausreichend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung. Dem demografisch bedingten Fachkräftemangel kann nur so entgegengewirkt werden.“
Abschließend nimmt Sternatz auch die hessische Landespolitik in die Pflicht. Um jungen Menschen den Zugang zu einer Ausbildung zu erleichtern, brauche es mehr bezahlbaren Wohnraum, insbesondere durch den Ausbau von Azubiwohnheimen. Gleichzeitig müsse die Mobilität von Auszubildenden verbessert werden, damit sie ihre Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen zuverlässig und kostengünstig erreichen können. Hier sei die Landespolitik gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.