PM 032 - 23.05.2025
Bundesweiter Aktionstag: DGB fordert von Thüringer Landesregierung mehr öffentlichen Wohnraum und Verlängerung der Mietpreisbremse
Erfurt, 23. Mai 2025
Morgen gehen in zahlreichen Städten Menschen für einen bundesweiten sechsjährigen Mietenstopp auf die Straße. Auch in Thüringen macht der DGB auf die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt aufmerksam.
„In Thüringen ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware. Die Mietpreise steigen schneller als die Einkommen und die zusätzlichen Belastungen durch Inflation und Energiepreise verschärfen die Situation weiter“, erklärt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: „Von 2016 bis 2025 sind die Mieten in Erfurt um 39 %, in Jena um 41,6 %, in Weimar um 44,1 % und in Eisenach um 28,2 % gestiegen. 2016 lag der Quadratmeterpreis in Erfurt noch bei 6,80 Euro, Anfang 2025 waren es bereits 9,45 Euro. In Jena waren Preissteigerungen von 8,15 Euro auf 11,54 Euro, in Weimar von 6,94 Euro auf 10 Euro und in Eisenach von 5,50 auf 7,05 Euro zu verzeichnen.“
„Die Bundesregierung hat die Chance verpasst, den Mieter*innen mit einem sechsjährigen Mietenstopp Luft zum Atmen zu verschaffen“, so Rudolph. Der DGB sieht aber auch die Landesregierung in der Verantwortung.
„Wir fordern von der Landesregierung eine deutliche Aufstockung der öffentlichen Wohnraumförderung und eine Verbesserung der Förderkonditionen. Die Mieterschutzverordnung läuft Ende des Jahres in Thüringen aus. Diese regelt auch die Mietpreisbremse, die die zulässige Miethöhe bei der Wiedervermietung von Wohnraum begrenzt. Daher muss diese unbedingt verlängert und ausgeweitet werden“, so Rudolph. Bislang gilt die Verordnung nur für Erfurt und Jena.
Der DGB fordert die Einrichtung einer Landeswohnungsgesellschaft, um mehr bezahlbaren und sozialen Wohnraum zu schaffen. Zudem könnte eine solche Gesellschaft die vielen kleinen kommunalen, genossenschaftlichen und gemeinnützigen Wohnungsgesellschaften in Thüringen unterstützen, um deren Angebote zu verbessern. Außerdem setzt sich der DGB für die Einrichtung eines Auszubildendenwerks ein, um mehr bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende zu schaffen.
Hintergrund
Der DGB ist Teil der bundesweiten Kampagne Mietenstopp, die sich neben einem sechsjährigen Mietenstopp für faire energetische Sanierungen und die konsequente Umsetzung der neuen Gemeinnützigkeit einsetzt. Weitere Informationen zur Kampagne Mietenstopp: www.mietenstopp.de.
Die Daten zu den Mietpreisentwicklungen stammen aus der empirica Preisdatenbank auf Basis der VALUE Marktdaten. Es handelt sich um Angebotsmieten (Median), die die aktuelle Marktdynamik realistischer abbilden als Bestandsmieten.