„Der Standort Erfurt und seine engagierten Beschäftigten haben maßgeblich dazu beigetragen, Zalando zu einem Branchenführer mit europäischer Bedeutung zu machen. Auf diesem Weg hat das Unternehmen auch erhebliche finanzielle Förderung durch das Land erhalten. Es kann nicht allein der Wille des Managements sein, der über die Zukunft von tausenden Menschen und ihrer Familien in der Region entscheidet. Die Beschäftigten in Erfurt haben Zalando groß gemacht. Deshalb nehmen wir diese Schließungspläne nicht einfach hin, sondern kämpfen an der Seite der Beschäftigten und ihres Betriebsrates für den Erhalt von Arbeit, Einkommen und Perspektiven. Dafür gibt es eine große Unterstützung und Solidarität aus der Gesellschaft und der Landespolitik. Jetzt erwarten wir ein klares Bekenntnis von Zalando für den Standort Erfurt.“
Rudolph kritisiert zudem gravierende rechtliche und inhaltliche Mängel im Vorgehen des Unternehmens: „Die angekündigte Schließung ist mit den demokratischen Mitbestimmungsstrukturen und den geltenden Gesetzen in Betrieben nicht vereinbar. Der Arbeitgeber hat den Betriebsrat in den vergangenen Monaten zu keinem Zeitpunkt über angebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten informiert. Dazu wäre er jedoch nach dem Betriebsverfassungsgesetz vor einer Schließungsentscheidung verpflichtet. Hinzu kommt, dass es nach unserer Kenntnis überhaupt keine wirtschaftlichen Gründe für eine Schließung gibt. Noch während des vergangenen Weihnachtsgeschäfts hat Zalando neue Beschäftigte über Leiharbeit eingestellt und sogar Leiharbeitende in die Stammbelegschaft übernommen. Es gibt also keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die Schließung erklären könnten. Es geht dem Unternehmen offensichtlich um Gewinnmargenoptimierung und zukünftige Profite, was sie auch selbst sehr offen äußern. Das ist aus gewerkschaftlicher Sicht nicht hinnehmbar.“