DGB Hessen-Thüringen besorgt über Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt

Erfurt, 29. August 2025

Datum

Ordnungsnummer PM 52

„Aktuell gibt es in Thüringen noch 3.324 unbesetzte Ausbildungsplätze und 1.389 Ausbildungsplatzsuchende. Angebote gibt es also genug. Aus dem vergangenen Jahr wissen wir, dass 4.000 Auszubildende bereits täglich zu ihrem Ausbildungsplatz in ein anderes Bundesland gependelt sind. Wir sind darüber besorgt, dass Thüringen als Ausbildungsstandort an Attraktivität verliert.“

Gerade die niedrige Tarifbindung in Thüringen schadet aus Sicht der Gewerkschafterin dem Image des Freistaates als attraktiver Ausbildungsstandort. In den vergangenen Jahren hat der Fachkräftemangel in vielen Tarifbranchen zu überdurchschnittlichen Erhöhungen geführt und es gibt kaum noch Branchen, in denen die Auszubildenden im ersten Jahr weniger als 1.000 Euro im Monat erhalten. Dort wo es keinen Tarifvertrag gibt und die Mindestausbildungsvergütung gezahlt wird bekommen Auszubildende 682 Euro pro Monat.

Statt über mangelndes Interesse an der dualen Ausbildung und angeblich ‚ungeeignete Bewerbungen‘ zu klagen sind laut Sternatz die Arbeitgeber gefordert die Ausbildungsbedingungen zu verbessern. Dies gehe am besten durch einen Tarifvertrag: „Wo die Ausbildungsqualität und die Ausbildungsvergütung nicht stimmen, da fehlen auch Auszubildende. Wer macht schon eine Ausbildung, wenn die Azubi-Vergütung nicht zum Leben reicht. Die Arbeitgeber müssen den Auszubildenden dringend mehr Wertschätzung zukommen lassen.“

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