DGB-­In­dex Gu­te Ar­beit für Thü­rin­gen 2025: Fach­kräf­te­si­che­rung ge­lingt nur mit gu­ten Ar­beits- und Ein­kom­mens­be­din­gun­gen

Datum

Ordnungsnummer PM 025

PM 025 - 08.04.2025

DGB-Index Gute Arbeit für Thüringen 2025: Fachkräftesicherung gelingt nur mit guten Arbeits- und Einkommensbedingungen

Erfurt, 08. April 2025

Anlässlich der Vorstellung des DGB-Index Gute Arbeit Thüringen 2025 fordert der DGB konkrete Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um die Fachkräftesicherung im Land zu gewährleisten.  

„Der DGB begrüßt, dass der Freistaat Thüringen erstmals seit 2018 wieder eine gesonderte Erhebung für Thüringen in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse ermöglichen es, auf einer soliden Faktenbasis anstelle von ‚gefühlten Wahrheiten‘ zu diskutieren“, betont Renate Sternatz, stellvertretende Bezirksvorsitzende des DGB Hessen-Thüringen.  „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben kein Motivationsproblem – sie haben ein Belastungsproblem.“ Die Beschäftigten erlebten Arbeitsverdichtung, Mangelverwaltung und gleichzeitig weiterhin schlechtere Perspektiven bei Einkommen und Rente. Besonders negativ sehen Frauen, Beschäftigte, die Schichtarbeit leisten und ältere Kolleg*innen ihre Arbeitsbedingungen.  

Sternatz weiter: „Die Thüringer Wirtschaft muss endlich begreifen, dass Gute sowie gesunde Arbeit in ihrem ureigenen Interesse liegt und entsprechend handeln, statt nur zu fordern. Gute Tariflöhne und Arbeitszeiten, die zum Leben passen, sind kein Teufelszeug.“

Die Thüringer Landesregierung müsse aktiv bleiben. Es brauche auch weiterhin klare Maßnahmen, um Fach- und Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten. „Dazu gehört der konsequente Einsatz für mehr Tarifbindung und Mitbestimmung. Diese Faktoren verbessern die Arbeits- und Einkommensbedingungen signifikant und schaffen endlich die überfällige Ost-West-Angleichung. Wer Fachkräfte sichern will, muss endlich dafür sorgen, dass gute Arbeit kein Glücksfall ist, sondern der Standard in Thüringen“, betont Sternatz abschließend.


Hintergrund: 

Der DGB-Index Gute Arbeit untersucht bundesweit die Sicht der Beschäftigten auf ihre Arbeitsbedingungen. Die aktuelle Auswertung zeigt: In Thüringen ist die Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten deutlich schlechter als im Bundesschnitt und in den anderen ostdeutschen Ländern. Sie liegt mit 61 Indexpunkten klar unter Ostdeutschland und dem Bundesgebiet mit 65 Indexpunkten. Besonders auffällig ist, dass nur 9 Prozent der Beschäftigten ihre Arbeitsqualität als „gut“ bewerten, halb so viele wie im Bundesschnitt, wohingegen deutlich mehr Beschäftigte unter „schlechter Arbeit“ leiden. Zudem geben in Thüringen sehr viel mehr Befragte als im Bundesgebiet an, aufgrund von Überlastung oder aus gesundheitlichen Gründe in Teilzeit zu arbeiten und erheblicher weniger Menschen gehen davon aus, bis zum Renteneintritt unverändert weiterarbeiten zu können  Dies liegt sowohl an massiven physischen und psychischen Belastungen in Gesundheits- und Sozialberufen als auch an der in Thüringen fast doppelt stark verbreitet ist wie im Bundesschnitt verbreiteten Schichtarbeit, mit spürbaren Auswirkungen auf Gesundheit und Zufriedenheit.

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