PM 037 - 16.06.2025
DGB: Kürzungen beim Hochschulpakt gefährden Hessens Zukunft – Landes-regierung muss Kurs ändern
Frankfurt, 16. Juni 2025
Der DGB Hessen-Thüringen warnt eindringlich vor den geplanten Kürzungen beim hessischen Hochschulpakt und fordert die Landesregierung auf, die Finanzierung der Hochschulen nachhaltig und verlässlich zu gestalten. Die strukturelle Unterfinanzierung der hessischen Hochschulen habe sich in den letzten Jahren verschärft – weitere Einschnitte hätten gravierende Folgen für Beschäftigte, Studierende und den Wissenschaftsstandort Hessen insgesamt.
„Wer an Hochschulen spart, spart an der Zukunft unseres Landes“, erklärt der DGB-Bezirksvorsitzende Michael Rudolph. „Hessens Hochschulen brauchen Planungssicherheit und eine Ausstattung, die der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Wissenschaft gerecht wird.“
Der DGB fordert, dass der neue Hochschulpakt zwischen Land und Hochschulen eine dauerhaft stabile Finanzierung sicherstellt. Diese müsse insbesondere Tarifsteigerungen und inflationsbedingte Kostenanstiege berücksichtigen. Finanzielle Ausstattung dürfe nicht mehr von kurzfristigen Schwankungen bei den Studierendenzahlen abhängen.
Auch die Beschäftigungsbedingungen an den Hochschulen sieht der DGB kritisch. Die Abhängigkeit von befristeten Lehraufträgen habe deutlich zugenommen, was zulasten der Qualität in der Lehre gehe. Aus Sicht des DGB müsse die Landesregierung endlich dauerhaft finanzierte Stellen schaffen – nicht zuletzt, um die tariflich vereinbarten Entfristungen wissenschaftlicher Beschäftigter überhaupt umsetzen zu können.
Zudem betont der DGB die soziale Verantwortung des Landes: Studierende dürften nicht länger unter schlechten Rahmenbedingungen leiden. Notwendig seien mehr Mittel für die Studierendenwerke, eine faire Bezahlung studentischer Beschäftigter sowie eine gezielte Unterstützung von Studierenden aus nicht-akademischen Haushalten. Auch die gesellschaftliche Rolle der Hochschulen dürfe nicht aus dem Blick geraten. Der DGB fordert, Programme zur Antidiskriminierung, zur Stärkung demokratischer Strukturen und zur Gleichstellung langfristig finanziell abzusichern.
„Wenn die Landesregierung es mit den Zielen des Koalitionsvertrags ernst meint, muss sie jetzt liefern“, so Rudolph. „Gute Studien- und Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit und Innovationskraft gibt es nicht zum Nulltarif.“