DGB: Mieterschutzverordnung und öffentlichen Wohnungsbau ausweiten

Frankfurt, 03.07.2026

Datum

Ordnungsnummer 042

Vom 3. bis 5. Juli finden bundesweit Aktionstage für einen Mietenstopp statt. Dazu erklärt die stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Renate Sternatz:

„Wohnen ist ein Menschenrecht. Doch in Hessen wird es für immer mehr Menschen ein Luxus. Die Mieten steigen rasant, während Löhne und Renten kaum hinterherkommen. Energiepreis-Schocks und Inflation verschärfen die Lage für viele Menschen zusätzlich.“ Der DGB unterstützt daher die Kampagne für einen sofortigen, bundesweiten und sechsjährigen Mietenstopp.

Sternatz macht gegenüber der Landesregierung deutlich: „Die Mieterschutzverordnung muss ausgeweitet werden. Sie sollte möglichst für ganz Hessen gelten, damit Mietpreisbremse, abgesenkte Kappungsgrenze und verlängerte Kündigungssperrfrist überall greifen.“ Zudem sollten Ausnahmen von der Mietpreisbremse wie umfassende Modernisierungen und überhöhte Vormieten gestrichen und Verstöße stärker geahndet werden.

Der DGB fordert darüber hinaus einen massiven Ausbau von bezahlbarem, sozialem und barrierefreiem Wohnraum. Zudem sollten Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende ausgeweitet werden. Der DGB spricht sich gegen eine weitere Privatisierung öffentlicher Wohnungsbestände aus, da diese renditegetriebene Mietanstiege befördert. Stattdessen sollten Re-Kommunalisierungen vorangetrieben werden, damit die öffentliche Hand wieder die Kontrolle über die Mietenpolitik zurückerhält. „Es ist höchste Zeit, dass Bund, Länder und Kommunen wieder Verantwortung übernehmen und ausreichend preisgünstigen Wohnraum selbst schaffen und sichern“, sagt Sternatz. 

Aktuelle Zahlen zur Mietpreisentwicklung in Hessen unterstreichen den Ernst der Lage: 

In Frankfurt sind die Mieten in den letzten zehn Jahren um 42,3 Prozent gestiegen. In Darmstadt waren es 47,3 Prozent, in Offenbach 55,4 Prozent, in Wiesbaden 43,1 Prozent, in Gießen 31,9 Prozent, in Marburg 29,9 Prozent und in Kassel 46,8 Prozent. Die Mieterschutzverordnung gilt aktuell nicht für Gießen und für Kassel, auch wenn die Mieten dort sehr stark gestiegen sind. 

Anfang 2016 lag der Quadratmeterpreis in Frankfurt noch bei 12,50 Euro, Anfang 2026 bereits bei 17,79 Euro. In Darmstadt waren es Anfang 2016 noch 9,93 Euro pro qm, in Offenbach 9,25 Euro pro qm, in Wiesbaden 9,55 Euro pro qm, in Gießen 9,21 Euro pro qm, in Marburg 9,58 Euro pro qm und in Kassel 6,81 Euro pro qm. Anfang 2026 waren es in Darmstadt bereits 14,63 Euro pro qm, in Offenbach 14,37 Euro pro qm, in Wiesbaden 13,67 Euro pro qm, in Gießen 12,15 Euro pro qm, in Marburg 12,44 Euro pro qm und in Kassel 10 Euro pro qm. 

Quelle: Die verwendeten Daten zur Mietpreisentwicklung stammen aus der empirica Preisdatenbank (VALUE Marktdaten) und bilden Angebotsmieten im Median ab – sie spiegeln die aktuelle Marktdynamik direkter wider als die Bestandsmieten. 

Weitere Informationen zur Kampagne „Mietenstopp" unter: www.mietenstopp.de

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