DGB: Mietpreisbegrenzungsverordnung und öffentlichen Wohnungsbau ausweiten
Erfurt, 03.07.2026
Vom 3. bis 5. Juli finden bundesweit Aktionstage für einen Mietenstopp statt. Dazu erklärt die stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Renate Sternatz:
„Wohnen ist ein Menschenrecht. Doch in Thüringen wird es für immer mehr Menschen ein Luxus. Die Mieten steigen rasant, während Löhne und Renten kaum hinterherkommen. Energiepreis-Schocks und Inflation verschärfen die Lage für viele Menschen zusätzlich.“ Der DGB unterstützt daher die Kampagne für einen sofortigen, bundesweiten und sechsjährigen Mietenstopp.
Sternatz macht gegenüber der Landesregierung deutlich: „Die Mietpreisbegrenzungsverordnung muss auf ganz Thüringen ausgeweitet werden, damit die Mietpreisbremse überall greift.“ Auch die abgesenkte Kappungsgrenze sollte möglichst in ganz Thüringen gelten. Zudem sollten Ausnahmen von der Mietpreisbremse wie umfassende Modernisierungen und überhöhte Vormieten gestrichen und Verstöße stärker geahndet werden.
Der DGB fordert darüber hinaus einen massiven Ausbau von bezahlbarem, sozialem und barrierefreiem Wohnraum. Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende müssten zudem ausgeweitet werden. Der DGB spricht sich gegen eine weitere Privatisierung öffentlicher Wohnungsbestände aus, da diese renditegetriebene Mietanstiege befördert. Stattdessen sollten Re-Kommunalisierungen vorangetrieben werden, damit die öffentliche Hand wieder die Kontrolle über die Mietenpolitik zurückerhält. „Es ist höchste Zeit, dass Bund, Länder und Kommunen wieder Verantwortung übernehmen und ausreichend preisgünstigen Wohnraum selbst schaffen und sichern", sagt Sternatz.
Aktuelle Zahlen zur Mietpreisentwicklung in Thüringen unterstreichen den Ernst der Lage:
In Erfurt sind die Mieten in den letzten zehn Jahren um 47,1 Prozent gestiegen. In Jena waren es 43,2 Prozent. Anfang 2016 lag der Quadratmeterpreis in Erfurt bei 6,80 Euro, Anfang 2026 bereits bei 10 Euro. In Jena waren es Anfang 2016 noch 8,15 Euro pro qm, Anfang 2026 bereits 11,67 Euro pro qm. Jena und Erfurt sind aktuell von der Mietpreisbegrenzungsverordnung erfasst.
In Weimar sind die Mieten in den letzten zehn Jahren um 44,1 Prozent gestiegen. Anfang 2016 lag der Quadratmeterpreis in Weimar bei 6,94 Euro, Anfang 2026 bereits bei 10 Euro. Weimar ist aktuell nicht von der Mietpreisbegrenzungsverordnung erfasst.
Quelle: Die verwendeten Daten zur Mietpreisentwicklung stammen aus der empirica Preisdatenbank (VALUE Marktdaten) und bilden Angebotsmieten im Median ab – sie spiegeln die aktuelle Marktdynamik direkter wider als die Bestandsmieten.
Weitere Informationen zur Kampagne „Mietenstopp" unter: www.mietenstopp.de