„Die Forderungen vom Thüringer Landkreistag nach weiteren Kürzungen bei den Sozialausgaben sind sozialpolitisch brandgefährlich. Wer an der Unterstützung für Menschen spart, die auf Hilfe angewiesen sind, betreibt Politik zulasten der Thüringerinnen und Thüringer. Schluss mit Sozialabbau – wir brauchen endlich Verteilungsgerechtigkeit statt Kürzungspolitik.“
Der Forderung nach einer besseren finanziellen Ausstattung der Thüringer Kommunen wurde in den letzten Jahren entsprochen: „Reiche und Vermögende müssen mehr an den gesamtgesellschaftlichen Kosten beteiligt werden, die Erbschaftsteuer muss reformiert und die Vermögensteuer wiedereingeführt werden.
Sternatz warnt besonders vor Einschnitten in der Pflege: „Fast täglich gibt es neue Kürzungsforderungen. Die Pflege steht längst unter enormem Druck – für Pflegekräfte, Angehörige und Betroffene gleichermaßen. Wer bei den Sozialleistungen kürzt, verschärft Notlagen und drängt Menschen in existenzielle Unsicherheit. So wird aus einem gesellschaftlichen Problem ein privates Risiko. Das ist der falsche Weg.“
Mehr Tarifverträge und Tarifbindung bringen den Kommunen und Sozialkassen ein deutliches Plus in die Kassen. Durch Lohndumping und fehlende Tarifbindung in Thüringen haben die Sozialversicherungen jährlich rund 1,4 Milliarden Euro weniger Einnahmen. Zusätzlich entgehen dem Fiskus etwa 794 Millionen Euro an Einkommensteuereinnahmen.
Die Kürzung von Sozialleistungen zerstören den sozialen Zusammenhalt und verstärken Verteilungskämpfe, anstatt sie zu lösen. Eine gerechte Verteilung öffentlicher Mittel ist die Voraussetzung für ein starkes und solidarisches Thüringen.“