DGB zu Land­tags­de­bat­te: Mehr Fach­kräf­te gibt es nur mit gu­ter Aus­bil­dung

Datum

Ordnungsnummer PM 030

PM 030 - 13.05.2025

DGB zu Landtagsdebatte: Mehr Fachkräfte gibt es nur mit guter Ausbildung

Frankfurt, 14. Mai 2025

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen begrüßt die Initiative der hessischen Regierungskoalition zur Fachkräftegewinnung und -sicherung.

Dazu erklärte Michael Rudolph: „Wer sich aktuell auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz befindet, hat es nicht einfach. Wo es heute an Auszubildenden fehlt, mangelt es morgen an Fachkräften – es ist gut, dass die hessische Landesregierung das erkannt hat.“

Laut Bundesagentur für Arbeit standen im April 2025 28.302 Ausbildungsplatzsuchenden (+ 5,6%) lediglich 28.361 Berufsausbildungsstellen gegenüber (-6,8%). In den vergangenen Jahren blieben trotz zuletzt steigender Bewerber*innenzahlen viele Ausbildungsstellen unbesetzt.

„Wir haben ein großes Problem am hessischen Ausbildungsmarkt: Viele Unternehmen betreiben eine Bestenauslese, wodurch es gerade Schulabgänger*innen mit Hauptschulabschlüssen schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu finden“, so Rudolph.Vor diesem Hintergrund bewertet der DGB Hessen-Thüringen den Vorstoß der hessischen Landesregierung, die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit am Übergang zw

ischen Schule und Beruf zu prüfen und weiter zu stärken sowie die Ausweitung von schulischen Praktika als wichtigen Schritt. Rudolph: „Wir brauchen einen flächendeckenden Aufbau von Strukturen, die das Nebeneinander von Arbeitsagentur, Jobcenter und Jugendamt durch ein abgestimmtes Angebot ersetzen. So kann der Übergang zwischen Schule und Beruf durch eine jugendgerechte Ansprache verbessert werden.“

Aus Sicht des DGB müssen zudem die Rahmenbedingungen für künftige Auszubildende verbessert werden, allen voran die Wohnraumangebote und die Mobilitätsangebote. Auch hier sei die Landesregierung auf einem guten Weg, wenngleich es noch Potential nach oben gäbe.

„Gerade in den Ballungszentren aber auch an zentralisierten Berufsschulstandorten brauchen wir bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende. Dafür müssen Azubi-Wohnheime gebaut werden. Um dieses Ziel zu realisieren, schlagen wir die Einrichtung eines hessischen Azubiwerkes ähnlich des Studierendenwerkes vor. Außerdem fordern wir ein vom Land bezuschusstes 29€-Deutschlandticket für Azubis. Die Prüfung der Aufnahme von Azubis in den Kreis der Berechtigten für den Hessenpass Mobil begrüßen wir daher.

Laut der Studie „Junges Wohnen in Hessen“, die das Pestel-Institut 2023 im Auftrag der DGB-Jugend Hessen-Thüringen erstellt hatte, musste rund ein Drittel der hessischen Auszubildenden zu ihrem Ausbildungsort in eine kreisfreie Stadt pendeln.

Als weitere Maßnahmen, die Attraktivität der dualen Ausbildung zu verbessern, fordert der DGB Hessen-Thüringen einen hessischen Ausbildungsfonds nach Bremer Vorbild: „Die Anzahl der Ausbildungsplätze sinkt trotz steigendem Fachkräftebedarf aktuell drastisch. Die Ausbildungsgarantie muss daher landesseitig mit einem Ausbildungsfonds flankiert werden. Wer nicht ausbildet, sollte in einen Ausbildungsfonds einzahlen und so Verantwortung für die Fachkräftesicherung übernehmen.“

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