DGB zum Internationalen Frauentag: Mitbestimmung macht den Unterschied

Erfurt, 06. März 2026

Datum

Ordnungsnummer PM 018

„Als Gewerkschafter*innen stehen wir für eine offene Gesellschaft und eine demokratische Arbeitswelt. Mitbestimmung im Betrieb heißt: Haltung zeigen – gegen antifeministische und menschenfeindliche Ideologien, die Gleichstellung und Solidarität gefährden. Wir richten den Fokus auf das, was Beschäftigung und Zusammenhalt tatsächlich stärkt“, so die stellvertretende Bezirksvorsitzende, Renate Sternatz. 

Frauen verdienen in Thüringen immer noch 5 Prozent weniger als Männer, leisten unbezahlt den Großteil der Erziehung, Pflege und Hausarbeit, stecken öfter in ungewollter Teilzeit fest und stoßen an gläserne Decken, wenn es um Aufstiegschancen geht. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Benachteiligung.

Gerade deshalb kommt der Mitbestimmung im Betrieb eine zentrale Rolle zu. „Betriebsräte können systematisch gegen diese Ungleichheit vorgehen. Zum Internationalen Frauentag machen wir deutlich: Betriebliche Mitbestimmung ist ein entscheidender Hebel, um die Interessen von Arbeitnehmer*innen – besonders von Frauen – durchzusetzen“, so Sternatz weiter. 

Die geplante Abschaffung des gesetzlichen 8-Stunden-Tag und die Debatten um „Lifestyle-Teilzeit“ seien ein frontaler Angriff auf die Frauen: „Sie sind von absoluter Unkenntnis der tatsächlichen Arbeits- und Lebensrealität geprägt. Stattdessen ist es höchste Zeit, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen.“ Betriebsräte verhandeln mit, wenn es um Gleitzeit, Homeoffice und Arbeitszeiten geht. Arbeitszeiten müssen zum Leben passen, das sei für Beschäftigte mit Sorgeverantwortung unverzichtbar, betont Sternatz.

Gemeinsam streiten Gewerkschafter*innen für eine solidarische Arbeitswelt, in der Respekt gelebte Praxis ist und Rückschritt keine Chance hat. Sie schafft einen MehrWert für alle - und gelingt besonders dort, wo Betriebs- und Personalräte mitbestimmen und Tarifverträge gelten. „Und allem voran braucht es eine starke Tarifbindung. Denn wo Tarifverträge gelten, sind die Verdienste höher und die Arbeitszeit kürzer“, betont Sternatz.

„Am Internationalen Frauentag 2026 rufen wir alle Beschäftigten zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen auf: mitgestalten statt aushalten, mitbestimmen statt aufgeben! Wer Arbeitswelt und Gesellschaft weiblicher, vielfältiger und gerechter machen will, geht wählen. Wer wählt, stärkt Gleichstellung und die Demokratie in Betrieb und Gesellschaft. Frauen werden gebraucht!“ 

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