PM 048 - 13.08.2025
Frittenmobil-Tour des DGB macht Halt in Saalfeld: Für gute Arbeit und sichere Zukunft in der Region
Erfurt, 13. August 2025
Im Rahmen der bundesweiten DGB-Frittenmobil-Tour macht das Frittenmobil des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Station in Saalfeld. Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen in der regionalen Arbeitswelt – von Fachkräftemangel über steigende Arbeitslosenzahlen bis hin zu existenziellen Krisen in der Industrie – macht der DGB auf die Bedeutung von Tarifverträgen, guten Arbeitsbedingungen und Solidarität aufmerksam.
„Die Forderung nach kürzeren, flexibleren und gesünderen Arbeitszeiten ist aktueller denn je. Doch ohne Tarifvertrag bleibt sie oft bloße Theorie“, so die stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Renate Sternatz. „Tarifverträge sorgen nicht nur für mehr Geld und mehr Sicherheit, sondern auch für mehr Zeit – durch zusätzlichen Urlaub, planbare Arbeitszeiten und Schutz vor Überlastung.“
Ein konkretes Beispiel liefert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die in Thüringen durch das sogenannte Wahlmodell neue Standards gesetzt hat: „Die EVG Thüringen steht für die Tarifwende ein. Tarifverträge sorgen für flächendeckend bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, so können Eisenbahner*innen dank des EVG-Wahlmodells bis zu 42 Tage Urlaub in Anspruch nehmen und die Beschäftigung ist auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten abgesichert. Diese Errungenschaften konnten die Arbeitnehmer*innen nur durch gelebte Solidarität erreichen“, erklärt Tarek Bannoura.
Trotz solcher positiven Beispiele gibt es in Thüringen zahlreiche Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind. Selbst 35 Jahre nach der Wiedervereinigung gehören dazu auch Unternehmen, die in ihren Standorten in den westlichen Bundesländern Tarifverträge anwenden und sich dem in Thüringen verweigern.
Fehlende Tarifbindung und Mitbestimmung erschweren es Beschäftigten oft, von besseren Arbeitsbedingungen und sicheren Einkommen zu profitieren. Der DGB sieht hier dringenden Handlungsbedarf, um flächendeckend faire Arbeitsbedingungen zu schaffen und so auch langfristig die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Thüringen zu stärken. „Tarifverträge und Betriebsräte sind die Grundlage für faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und Sicherheit am Arbeitsplatz. Wo diese fehlen, bleiben Beschäftigte oft auf der Strecke. Thüringen braucht deshalb mehr Tarifbindung und Mitbestimmung, um den Strukturwandel sozial gerecht zu gestalten und Arbeitsplätze zukunftssicher zu machen“, betont Sternatz.
Davon profitieren auch die Unternehmen in der Region, denn sie suchen weiterhin händeringend Fachkräfte – aktuell sind 717 offene Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet, vor allem im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bau. Für den DGB ist das ein weiterer Beleg dafür, dass faire Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und tarifliche Absicherung entscheidend sind, um Beschäftigung zu sichern und dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Für den DGB ist klar: Nur mit starken Gewerkschaften und flächendeckenden Tarifverträgen lassen sich gute Arbeit, sichere Einkommen und eine verlässliche Perspektive für die Menschen in der Region sichern. „Ob in der Industrie, im Dienstleistungssektor oder in der öffentlichen Daseinsvorsorge – wir brauchen Arbeitsbedingungen, die den Menschen ein gutes Leben ermöglichen und den Standort stärken. Das Frittenmobil steht heute hier nicht nur für eine Portion Pommes, sondern auch für eine Portion Solidarität“, so Sternatz.