„Hart verdient!“ – DGB ruft in Erfurt zum bundesweiten Aktionstag gegen sozialen Kahlschlag auf

Datum

Ordnungsnummer 052

Erfurt, 23.09.2026

Unter dem Motto „HART VERDIENT! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am 26. September 2026 zum bundesweiten Aktionstag auf. In Erfurt werden zahlreiche Beschäftigte erwartet, die gegen die unsozialen Reformpläne der Bundesregierung auf die Straße gehen.

„Die aktuellen Reformdebatten haben auch in Thüringen viele Menschen tief verunsichert“, erklärt Renate Sternatz, stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen. „Die Beschäftigten fragen sich zu Recht: Was wird aus meiner Rente? Was kostet mich künftig meine Gesundheitsversorgung? Wir sagen ganz klar: Reformen ja, aber sie müssen die Lebensrealität der Beschäftigten in den Mittelpunkt stellen, sozial gerecht gestaltet werden und dürfen nicht zu neuen Unsicherheiten führen!“

Renate Licht, DGB-Regionsgeschäftsführerin, ergänzt: „Ständig wird behauptet, wir würden zu wenig arbeiten oder zu oft krank sein. Die Kosten für Lebensmittel, Mieten, Sprit oder ÖPNV steigen kontinuierlich, und die Menschen wissen nicht mehr, wie sie es bezahlen sollen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Millionäre und Milliardäre in diesem Land. Wir müssen endlich dazu kommen, dass starke Schultern auch mehr tragen.“

Hintergrund der Proteste sind geplante drastische Einschnitte in die soziale Sicherung, die die Lebensleistung der Beschäftigten entwerten:

  • Angriff auf gute Arbeit: Wer dauerhaft von Befristung zu Befristung lebt, kann keine Zukunft planen. Dennoch sollen befristete Jobs künftig bis zu vier Jahre (mit bis zu sechs Verlängerungen) möglich sein. Auch die mögliche Abschaffung des 8-Stunden-Tages mit Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden geht direkt zu Lasten der Gesundheit der Beschäftigten.
  • Kürzungen bei Gesundheit und Pflege: Die Kosten sollen verstärkt auf die Patienten verlagert werden – durch mehr Zuzahlungen bei Medikamenten und Zahnersatz. Gleichzeitig geraten Krankenhäuser durch die geplante Abschaffung des Pflegebudgets weiter unter Druck, und pflegenden Angehörigen drohen Rentenkürzungen von bis zu 30 Prozent.
  • Renten-Demontage:  Wer ein Leben lang hart gearbeitet hat, verdient Anerkennung statt immer neuer Hürden. Das Rentenalter soll schrittweise auf 67,5 Jahre steigen und an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Die Streichung der abschlagsfreien Rente nach 45 Arbeitsjahren ist für die Gewerkschaften eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf.

Sternatz betont: „Soziale Sicherheit ist eine Voraussetzung für wirtschaftliche Stärke, denn sie stabilisiert die Kaufkraft und gibt den Menschen Sicherheit im Wandel. Gute Versorgung und eine verlässliche Rente sind hart verdient und keine Geschenke. Sie dürfen nicht davon abhängen, wie viel jemand zusätzlich aus eigener Tasche bezahlen kann.“

Terminhinweis für Medien und Öffentlichkeit:

Was: Kundgebung zum bundesweiten DGB-Aktionstag „Hart verdient!“
Wann: Samstag, 26. September 2026, ab 10:00Uhr
Wo: Hauptbahnhof Erfurt, Anschließende Demo zum Anger
Wer: Hauptredner: Stefan Körzell, stellv. DGB-Bundesvorsitzender


Weitere Informationen unter: www.dgb-aktionstag.de

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