Internationaler Frauentag: Gleichstellung braucht Mitbestimmung – im Betrieb und vor Ort

Frankfurt, 06. März 2026

Datum

Ordnungsnummer PM 017

„Wir Gewerkschafter*innen stehen für eine offene Gesellschaft und eine demokratische Arbeitswelt. Das heißt für uns: Haltung zeigen – gegen zunehmenden Antifeminismus in politischen Debatten und der Öffentlichkeit. Wir richten den Fokus auf das, was Beschäftigung und Zusammenhalt in den Betrieben und der Gesellschaft tatsächlich stärkt“, so die stellvertretende Bezirksvorsitzende Renate Sternatz.

Frauen verdienen immer noch 16 Prozent weniger als Männer, in Hessen sogar 19 Prozent. Sie leisten den Großteil der Erziehung, Pflege und Hausarbeit, stecken öfter in ungewollter Teilzeit fest und stoßen an gläserne Decken. Das ist Ausdruck struktureller Benachteiligung. Mit Blick auf aktuelle politische Debatten warnt der DGB vor weiteren Rückschritten: Die geplante Abschaffung des gesetzlichen 8-Stunden-Tags und die Debatten um „Lifestyle-Teilzeit“ seien ein frontaler Angriff auf Frauen: „Sie sind von absoluter Unkenntnis der tatsächlichen Arbeits- und Lebensrealität geprägt. Stattdessen ist es höchste Zeit, für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sorgen.“

Gerade deshalb kommt der Mitbestimmung im Betrieb eine zentrale Rolle zu. Betriebsräte haben Instrumente, um Benachteiligung zu überwinden: geschlechtsspezifische Lohnlücken aufzudecken, Eingruppierungen zu überwachen, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durchzusetzen sowie den Schutz vor Diskriminierung und sexueller Belästigung zu stärken. „Wo Betriebs- und Personalräte mitbestimmen und Tarifverträge gelten, stärken wir die Gleichstellung der Geschlechter und schaffen einen MehrWert für alle“, betont Sternatz.

Doch Gleichstellung endet nicht am Werkstor. Zentrale Voraussetzungen werden in den Kommunen geschaffen: Gute verlässliche Kinderbetreuung, wohnortnahe Gesundheitsversorgung sowie Einrichtungen zur Beschwerde, Beratung und als Schutzräume vor Gewalt müssen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Zu einer „Sicheren Stadt für alle“ gehören zudem sinnvolle Beleuchtungskonzepte und eine geschlechtergerechte Stadtplanung. Die kommunale Politik muss die verschiedenen Hebel für mehr Geschlechtergerechtigkeit wirksam und zielgerichtet einsetzen. Die Förderung der Gleichberechtigung, der Vielfalt und Diversität in den Kommunen trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei.

„Am Internationalen Frauentag 2026 rufen wir zur Teilnahme an den Betriebsratswahlen 2026 und an den Kommunalwahlen in Hessen am 15. März 2026 auf: mitgestalten statt aushalten, mitbestimmen statt aufgeben. Wer wählt, stärkt Gleichstellung und Demokratie in Betrieb und Gesellschaft. Frauen werden gebraucht.“

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