PM DGB Limburg-Weilburg | Gedenken an Charles Werabe am 23. Oktober 2024 in Limburg

Datum

Ordnungsnummer PM 301

In der Nacht auf den 23. Oktober 2014 wurde Charles Werabe in einer städtischen Unterkunft in der Brückengasse in Limburg von drei Männern so schwer verletzt, dass er an seinen schweren inneren Verletzungen verstarb. Die Täter hatten den 55-jährigen aus Ruanda stammenden Werabe aus rassistischem Motiv angegriffen und mit massiven Schlägen und Tritten die tödlichen Verletzungen zugefügt.

Zum 10-jährigen Todestag und zum Gedenken an Charles Werabe ruft ein großes Bündnis, bestehend aus Limburger Organisationen, am 23. Oktober 2024 um 17 Uhr am Bahnhof Limburg zu einer Demonstration auf. Am Kornmarkt wird es eine Zwischenkundgebung ge-ben. Von dort wird die Demonstration als Schweigemarsch zur Brückengasse ziehen.

„Mit dieser Demonstration wollen wir ein Zeichen setzen, gegen Rassismus, Hass und Hetze. Wir wollen zudem deutlich machen, dass wir die Opfer rechter Gewalt nicht verges-sen und solche Taten niemals unkommentiert hinnehmen werden“, so der Gewerkschafts-sekretär Sascha Schmidt.

Folgende Personen werden im Rahmen der Demonstration und des Gedenkens eine Rede halten:

  • Harff-Dieter Salm, Bündnis Courage gegen rechts
  • Sascha Schmidt (DGB-Gewerkschaftssekretär und Autor des Buches „Rechter Ter-ror in Hessen“).
  • Mustafa Yüce (Vorsitzender Ausländerbeirat Limburg)
  • Ulrich Muth (Stadtrat, als Vertreter für die Stadt Limburg)
  • Pfarrer Andreas Fuchs (Bezirksdekan Katholischer Bezirk Limburg)
  • Pfarrer Johannes Jochemczyk (Dekan Evangelisches Dekanat an der Lahn)

Musikalische Begleitung des Gedenkens durch Uwe Wagner, Michael Herden und Martin Reuß.

Die Demonstration wird unterstützt durch folgende Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge): Bündnis Courage Limburg, Caritas Limburg, Die Linke Limburg-Weilburg, DGB Limburg-Weilburg, Förderkreis Obdachlosenhilfe Limburg, Jusos Limburg, Katholische Ar-beitnehmer-Bewegung Limburg, Ostermarschkreis Limburg, VDK Oberlahn, Wir Sind Mehr Limburg-Weilburg

Zum Hintergrund der Tat:

Charles Werabe wurde in der Obdachlosenunterkunft in der Brückengasse in Limburg, wo er untergebracht war, ermordet. Drei Täter (zwei 43-Jährige und ein 22-Jähriger) waren kurz nach dem Gewaltverbrechen verhaftet und wegen „Mordes aus niedrigen Beweggrün-den, nämlich Fremdenfeindlichkeit“ verurteilt worden. Ein 43-jähriger Angeklagter wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Nur wegen Schuldunfähigkeit aufgrund seiner Trunkenheit während der Tat entging er einer lebenslangen Haftstrafe. Sein 22-jähriger Mittäter erhielt eine zehnjährige Haftstrafe. Der dritte Tatbeteiligte nahm sich im Gefängnis das Leben. Die Richterin verwies bei ihrem Urteilsspruch darauf, dass die Täter während der Tat unentwegt rassistische Parolen gerufen hatten. Charles Werabe gilt offiziell als das zweite Opfer rech-ter Gewalt in Hessen. Im Jahr 2018 wurde vor der ehemaligen Obdachlosenunterkunft in der Brückengasse, in der Charles Werabe ermordet wurde, eine Gedenktafel eingeweiht.

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