„Die Kita-Zulage hilft den Kita-Beschäftigten, aber auch allen anderen Beschäftigten in Frankfurt – insbesondere berufstätige Eltern werden entlastet“, so der Frankfurter DGB-Vorsitzende Philipp Jacks. Derzeit müssten aufgrund des Fachkräftemangels in der Kinderbetreuung häufig kurzfristig Betreuungsgruppen geschlossen werden, weil Personal krank wird und keine Vertretung möglich ist. Leidtragende davon sind auch die Eltern, die dann kurzfristig alternative Betreuung finden müssen – oder sich kinderkrank melden müssen. „Dass Kinderbetreuung sich nicht mit Homeoffice verträgt, das haben alle Eltern in den letzten fünf Jahren erfahren, insbesondere Frauen haben dadurch eine unzumutbare Mehrfachbelastung“, so Jacks. Durch den kurzfristigen Ausfall der Eltern im Betrieb seien dann aber auch deren Kolleginnen und Kollegen einer spontanen Mehrbelastung ausgesetzt. „Die Kita-Zulage wird mehr Fachkräfte gewinnen, sorgt also für eine stabilere Kinderbetreuung, und davon profitieren alle Beschäftigte, auch diejenigen ohne Kinder.“
inen weiteren wichtigen Grund für die Einführung von Ballungsraumzulagen sieht Jacks in der Kaufkraftarmut, die in westdeutschen Großstädten besonders hoch ist: In der öffentlichen Wahrnehmung gelte Frankfurt-Rhein-Main als Hochlohn-Region, tatsächlich sei hier die Kaufkraftarmut aber größer als in den meisten Regionen Deutschlands: „Die vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten übersteigen für die allermeisten Beschäftigten die vermeintlich höheren Löhne: Die Armutsgrenze läuft nicht nur zwischen Ost und West, sondern vor allem zwischen Stadt und Land. Das muss endlich in das Bewusstsein eindringen“, so Jacks.
Auch der Geschäftsführer des Verdi-Bezirkes Frankfurt am Main und Region, Alexander Klein, begrüßt die Arbeitsmarktzulage für Beschäftige in der Kinderbetreuung: „Oberbürgermeister Mike Josef ist mit der Arbeitsmarktzulage für Beschäftige in der Kinderbetreuung auf dem Weg sein Wahlversprechen einzulösen. Dies kann aber nur ein erster Schritt sein: Verdi unterstützt weiterhin die Forderung des Gesamtpersonalrates und der örtlichen Personalräte der Stadt Frankfurt am Main nach einer Arbeitsmarktzulage in Höhe von 300 Euro für alle Beschäftigten der Stadt Frankfurt am Main, weil für alle die Lebenshaltungskosten in Frankfurt und der Region hoch sind, und für eine funktionierende Stadtverwaltung braucht es alle Beschäftigte.“
Der Frankfurter Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Zeng, unterstreicht die Wichtigkeit von Lohnzulagen in Ballungsräumen: „Aufgrund des fehlenden Wohnraumes in Frankfurt am Main sind die Kosten für Wohnraum hier deutlich teurer als auf dem Land, in den Tarifverträgen wird dem aber keine Rechnung getragen. In Frankfurt werden die gleichen Löhne gezahlt wie in ländlicheren Regionen mit deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten. Dadurch verlieren die Ballungsräume ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Andere Länder hätten dies schon erkannt und eine Ballungsraumzulage eingeführt, z.B. Bayern.
Die GdP Frankfurt fordert daher eine Ballungsraumzulage, die anhand der Mietpreisstufen berechnet wird: Bei den Wohngeldberechnungen werden diese geführt und so könne genau die Belastung ausgeglichen werden, die vorliegt.
Dies müsse dann auch für die Beamtinnen und Beamten der Stadt Frankfurt am Main gelten, da hier ebenfalls im Hessischen Besoldungsgesetz (HBG) keine Unterscheidung getroffen wird, und somit den teils drastischen Reallohnunterschieden keinerlei Rechnung getragen wird.
Hintergrund: https://frankfurt.de/de-de/aktuelle-meldung/meldungen/faire-bezahlung-fuer-wichtige-paedagogische-arbeit/