Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Wiesbaden-Rheingau-Taunus begrüßt das Pilotprojekt der Landeshauptstadt Wiesbaden und der GWW zur Bereitstellung von bezahlbaren Wohnungen für junge Auszubildende.
Besonders positiv bewertet der Wiesbadener DGB-Vorsitzende Sascha Schmidt, dass die ersten Wohnungen bereits zum 1. August zur Verfügung stehen. „Dadurch besteht für junge Auszubildende, die im Herbst eine Ausbildung beginnen, schon zum Beginn des diesjährigen Ausbildungsjahres die Möglichkeit, sich auf dieses Angebot zu bewerben“. Die ab August zur Verfügung stehenden 24 bis 29 Plätze könnten jedoch nur ein erster Schritt sein. „Der Bedarf ist weitaus größer.“
Wichtig ist es laut DGB auch, dass im Laufe des Pilotprojekts ein gerechtes Vergabeverfahren entwickelt wird, „denn gerade kleinere Unternehmen und Azubis mit geringer Auszubildendenvergütung haben die größte Not in Sachen Wohnraum“, so Philipp Jacks (Geschäftsführer der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main
„Wir hören immer wieder von Auszubildenden, die nicht in Wiesbaden leben, dass sie sich die Mieten in der Stadt nicht leisten können.“ Diese jungen Menschen müssten sich dann entscheiden: entweder nehmen sie eine häufig über eine Stunde dauernde Pendelei zu ihrem Ausbildungsplatz in Kauf, oder sie wählen einen anderen Ausbildungsplatz- und Ort. „Beide Entscheidungen sind problematisch“, so Schmidt weiter. „Während die Entscheidung für einen anderen Ausbildungsort zunehmend zu einem Problem für die hiesige Wirtschaft wird, da diese schon jetzt enorme Probleme hat, Auszubildende zu finden, führt die Entscheidung für das tägliche Pendeln, zu einer übermäßigen Belastung der Auszubildenden, die sich negativ auf Leistungen in Schule und Betrieb auswirken kann“.
Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels setzt sich der DGB in Wiesbaden bereits seit längerem für bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende ein. Der angespannte Wohnungsmarkt und die seit vielen Jahren steigenden Mieten haben immer mehr dazu geführt, dass sich nicht nur Beschäftigte mit mittleren und kleinen Einkommen Wohnraum in der Landeshauptstadt nicht mehr leisten können. Umso größer erwies sich zuletzt das Problem für Auszubildende, die ein in der Regel eine geringe Ausbildungsvergütung erhalten. Dieser Umstand hat das ohnehin vorhandene Problem des Fachkräftemangels aus Sicht des DGB noch verstärkt.