Ru­dol­ph: „Nicht der Wil­le fehlt – son­dern die Rah­men­be­din­gun­gen“

Datum

Ordnungsnummer PM 034

PM 034 - 26.05.2025

Arbeitsmarkt im Mai

Rudolph: „Nicht der Wille fehlt – sondern die Rahmenbedingungen“

Frankfurt/Erfurt, 28. Mai 2025

Anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen für den Monat Mai erklärt der Vorsitzende des DGB-Hessen-Thüringen, Michael Rudolph:

„Die aktuelle Debatte um vermeintlich zu geringe Arbeitszeiten muss vielen Jobsuchenden wie blanker Hohn vorkommen. Sie würden gerne – und oft auch länger – arbeiten, können es aber nicht. Häufig scheitert das an fehlenden passenden Stellenangeboten oder an mangelnder Kinderbetreuung. Der Vorwurf, Beschäftigte wollten nicht arbeiten, ist schlicht ein Mythos“, so Rudolph.

Auch der Fachkräftemangel lasse sich nicht dadurch beheben, dass man den Beschäftigten die Verantwortung für schlechte Rahmenbedingungen zuschiebt. „Hier ist die Politik in der Pflicht – insbesondere, um die Erwerbsmöglichkeiten für Menschen mit familiären Verpflichtungen – auch heutzutage noch überwiegend Frauen - zu verbessern“, betont Rudolph. Konkret fehlten stabile Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und ausreichende Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen. Aber auch die Arbeitgeber müssten den Beschäftigten attraktive, flexible Arbeitszeiten bieten. „Das steht in krassem Widerspruch zur geforderten längeren Tageshöchstarbeitszeit, die nur das Hamsterrad schneller und länger drehen lässt. Das hilft keiner Familie“, sagt Rudolph.

„Wohlfeile Aufrufe an andere, doch länger zu arbeiten, sind nichts als eine Provokation für all jene, die gerne länger arbeiten würden. Hilfreicher wäre es, Phasen der Arbeitslosigkeit aktiv für Qualifizierung und Weiterbildung zu nutzen. „Wenn darüber hinaus die Rahmenbedingungen stimmen – etwa durch Tarifbindung und Mitbestimmung –, lässt sich auch der vermeintliche Fachkräftemangel wirksam bekämpfen“, so Rudolph abschließend.

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