PM 029 - 01.05.2025
Tag der Arbeit in Hessen und Thüringen: Rund 22.000 Menschen unter dem Motto „Mach dich stark mit uns!“ auf der Straße
Frankfurt/Erfurt, 01. Mai 2025
Anlässlich der Kundgebungen und Demonstrationen zum 1. Mai 2025 zeigen sich
Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen und Renate Sternatz,
stellvertretende Vorsitzende, sehr zufrieden.
„Rund 22.000 Menschen sind heute im DGB-Bezirk Hessen-Thüringen unter dem Motto „Mach dich stark mit uns!“ auf die Straße gegangen, um ihre Stimme für eine gerechte Arbeitswelt zu erheben, 16.500 davon in Hessen und 5.500 in Thüringen. Wir sind mit den Teilnehmerzahlen sehr zufrieden“, so der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph zum 1. Mai 2025.
Im DGB-Bezirk Hessen-Thüringen fanden insgesamt 57 Veranstaltungen zum 1. Mai statt. In Hessen waren es 38, in Thüringen 19. In Hanau sprach der DGB-Bezirksvorsitzende Michael Rudolph vor 500 Menschen.
„Die Menschen in unserem Land haben Anspruch auf gute Arbeit, faire Bezahlung und eine funktionierende öffentliche Infrastruktur. Während Arbeitgeber und Teile der Politik längere Arbeitszeiten fordern, leisten Beschäftigte schon jetzt Millionen unbezahlter Überstunden. Um in schwierigen Zeiten voranzukommen, braucht es nicht Rückschritt, sondern Fortschritt – mit starken Tarifverträgen, einem armutsfesten Mindestlohn von mindestens 15 Euro und massiven Investitionen in Schulen, Krankenhäuser, Klimaschutz und Digitalisierung. Wer das Land modernisieren will, darf soziale Gerechtigkeit nicht hintenanstellen“, betonte Rudolph in seiner Rede.
Außerdem fordert der DGB ein gerechtes Steuersystem: Die Beschäftigten, die täglich hart arbeiten, dürfen nicht höher belastet werden als diejenigen, deren Vermögen für sie arbeitet. Nach Jahrzehnten wachsender Ungleichheit sei es überfällig, Spitzenverdiener und große Vermögen stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens zu beteiligen, so Rudolph. Der DGB fordert deshalb die Wiedereinführung der Vermögensteuer und eine Erbschaftsteuer ohne Schlupflöcher für reiche Unternehmenserben. „Reiche und Superreiche müssen ihren gerechten Beitrag leisten – für eine stabile Finanzierung öffentlicher Aufgaben, für soziale Sicherheit und für eine solidarische Zukunft.“
In Erfurt sprach Renate Sternatz, stellvertretende Vorsitzende, vor 1.200 Menschen.
Sternatz betonte in ihrer Rede die Bedeutung eines starken Sozialstaats für die soziale Gerechtigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie kritisierte die respektlosen und unverschämten Parolen von Arbeitgebern gegenüber den Beschäftigten, sie seien zu faul, zu krank und zu teuer. Die politischen Versuche, wichtige soziale Errungenschaften wie stabile Renten oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall infrage zu stellen, seien inakzeptabel und gingen in die falsche Richtung: „Wir verteidigen die sozialen Sicherungssysteme, die wir als Gewerkschaften hart erkämpft haben. Wer krank ist, muss sich auskurieren können ohne Angst haben zu müssen, sein Leben in dieser schwierigen Zeit überhaupt finanzieren zu können. Wir fordern seit Jahren, dass das Rentenniveau langfristig stabil auf 50% gesichert wird. Nach einem arbeitsreichen Leben haben die Menschen eine Rente verdient, von der man gut leben kann. Ein wichtiger erster Schritt ist, dass die neue Bundesregierung das Rentenniveau nun auf 48 % stabilisieren will. Zum Schutz vor Altersarmut muss aber mehr getan werden. Ein starker Sozialstaat ist kein Luxus, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit und eine Frage des Respekts gegenüber den Menschen in diesem Land.“