Kanonen statt Butter: Kriegstüchtig durch Sozialabbau
Welche Folgen haben steigende Rüstungsausgaben und die zunehmende militärische Ausrichtung von Staat und Gesellschaft für Sozialstaat und öffentliche Haushalte? Darüber spricht der Politikwissenschaftler und Historiker Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung (IMI e.V.) am 21. Oktober 2026 in Marburg.
Mit der sogenannten „Zeitenwende“ haben sich die sicherheits- und verteidigungspolitischen Prioritäten in Deutschland grundlegend verändert. Die Bundeswehr soll umfassend ausgebaut werden, die Debatte über eine neue Form der Wehrpflicht ist zurück, und auch zivile Strukturen und Wirtschaftsbereiche werden zunehmend unter sicherheits- und verteidigungspolitischen Gesichtspunkten betrachtet.
Jürgen Wagner beschäftigt sich in seinem Vortrag mit diesen Entwicklungen und ihren gesellschaftlichen und sozialen Folgen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, wie dauerhaft deutlich höhere Rüstungsausgaben finanziert werden sollen und welche Auswirkungen dies auf andere Bereiche öffentlicher Ausgaben haben könnte.
Wagner vertritt die These, dass die mit der „Zeitenwende“ verbundene Aufrüstung zunehmend mit einer Umverteilung öffentlicher Mittel einhergeht und dadurch der Druck auf Sozialstaat und öffentliche Infrastruktur wächst. Er nimmt dabei auch die im März 2025 beschlossenen Änderungen der finanzpolitischen Rahmenbedingungen für Verteidigungsausgaben sowie die Rolle Deutschlands innerhalb der Europäischen Union in den Blick.
Unter dem Titel „Kanonen statt Butter: Kriegstüchtig durch Sozialabbau“ informiert Jürgen Wagner über aktuelle Entwicklungen und stellt seine Analyse anschließend zur Diskussion.
Termin: Mittwoch, 21. Oktober 2026, 19 Uhr
Ort: TTZ, Softwarecenter 3, Marburg
Referent: Jürgen Wagner, Politikwissenschaftler und Historiker, Informationsstelle Militarisierung (IMI e.V.)