Szenische Lesung: Wie eine Demokratie verloren ging und wieso uns Nieder-Ofleiden bis heute angeht – Ein Blick in die 30er Jahre!
Szenische Lesung und anschließendes Gespräch
Freitag, 21. Mai 2027, 18:00 Uhr
Mehrgenerationenhaus Homberg (Ohm)
Frankfurter Straße 1, 35315 Homberg (Ohm)
Im Sommer 1932 erfahren Steinbrucharbeiter aus Nieder-Ofleiden und Umgebung von einem geplanten SA-Zug in ihr Dorf. Der Versuch, die SA aufzuhalten, führt zu Gewalt, Schüssen und Verletzten. Was zunächst wie ein lokales Ereignis wirkt, verweist auf eine viel größere Geschichte: Auf politische Gewalt, soziale Not, zerbrechende demokratische Verhältnisse und die Frage, warum der Aufstieg des Nationalsozialismus nicht verhindert wurde.
Die szenische Lesung greift einen realen Vorfall aus der Region auf und verbindet ihn mit den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der frühen 1930er Jahre. Aus der Perspektive des Jahres 1936 begegnen sich drei Menschen: Paul, ein verfolgter Gewerkschafter und Sozialdemokrat, Gitta, die Witwe eines kommunistischen Steinarbeiters, und Max, ihr Sohn. In ihren Erinnerungen, Konflikten und Hoffnungen wird sichtbar, wie sehr große politische Entwicklungen in das Leben einzelner Menschen eingreifen.
Dabei geht es nicht nur um Vergangenheit. Die Lesung fragt danach, wie Demokratie beschädigt wird, was soziale Verunsicherung mit politischer Radikalisierung zu tun hat und welche Rolle Solidarität, Gewerkschaften und Zivilcourage spielen. Lokale Geschichte wird so zum Ausgangspunkt für eine aktuelle Auseinandersetzung mit Demokratie, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Im Anschluss an die szenische Lesung findet ein Gespräch statt. Gemeinsam soll der Frage nachgegangen werden, was die Ereignisse von damals mit unserer Gegenwart zu tun haben und welche Lehren sich aus der Geschichte vor Ort ziehen lassen könnten.
Veranstalter: vhs Vogelsberg, DGB-Kreisverband Vogelsberg und DGB-Region Mittelhessen
Künstlerische Leitung: Irina M. Ries
Recherche und Text: Holger Gorr